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Reden wir über:Begeisterung für Bücher

Petra Hesse, 50, ist ehrenamtliche Leiterin der Weichser Gemeindebücherei und liest Kindern gerne vor.

(Foto: oh)

Petra Hesse und der Vorlesetag an der Grundschule Weichs

Kinder sitzen in einem Halbkreis um sie herum. Sie sitzt auf einem Stuhl und hat die Brille auf die Nasenspitze geschoben. Ihre Stimme wirkt beruhigend auf die Kinder. Petra Hesse , 50, ist ehrenamtliche Leiterin der Weichser Gemeindebücherei und liest Kindern gerne vor. Auch an diesem Freitag wird sie an der Weichser Grundschule den Kindern den ganzen Tag über das Lesen näher bringen - denn es ist bundesweiter Vorlesetag.

SZ: Was genau werden Sie am Freitag mit den Kindern unternehmen?

Petra Hesse: Vorlesen steht bei mir erst einmal nicht im Vordergrund. Ich möchte den Kindern vor allem die Bücherei vorstellen. Die ersten Klassen kommen zu mir und leihen sich ihr erstes Buch aus. Das ist für mich jedes Jahr schön, wenn ich sehe, wie sie sich mit den Büchern auseinandersetzen. Und wenn noch Zeit bleibt, lese ich den Kindern natürlich auch gerne vor. Es macht mir ja selbst Freude. Aber ich möchte sie nicht drängen, wenn sie überlegen, welches Buch sie ausleihen wollen. Jeder soll die Zeit bekommen, die er braucht.

Ist auch etwas für Kinder aus anderen Jahrgangsstufen geboten?

Ja, auch für die dritten und vierten Klassen habe ich mir ein Programm überlegt. Ich spiele mit ihnen ein Bücherquiz. Das ist schon richtig beliebt in der Schule. Ich glaube, dass man durch die Siegeslust der Kinder sie auch zum Lesen motivieren kann. Denn je mehr sie lesen, desto mehr Fragen können sie bei dem Quiz auch beantworten.

Was wollen Sie bei den Kindern erreichen?

Ich will erreichen, dass Kinder sich mit Büchern auseinandersetzen. Denn ich glaube, dass viele das nicht von alleine tun würde. Sie benötigen einen Anstoß, aber genau den soll ja der Vorlesetag geben. Und ich glaube schon, dass wir einige begeistern können. Durch das Vorlesen und auch durch Spiele.

Und wenn Sie noch Zeit zum Vorlesen finden, auf was achten Sie bei einem Buch?

Mir ist es wichtig, die Kinder zu fesseln und das ist besonders gut möglich, wenn man sich lustige Geschichten aussucht. Wenn die Geschichte nicht unterhält, verlieren sie nun mal schnell das Interesse. Und ein anderer Trick, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen, ist, Bücher zu wählen, in denen viel direkte Rede vorkommt und ich viel meine Stimme verstelle. Das lieben einfach alle Kinder.

Woher kommt Ihre eigene Begeisterung für Bücher?

Die habe ich schon, seitdem ich lesen kann. Als kleines Kind bin ich selbst immer in die Bücherei von Weichs gegangen und habe nach Büchern gestöbert. Ich bin ja auch Bibliothekarin geworden. Ich habe mich schon immer für das Lesen begeistert. Und deswegen will ich auch andere an meiner eigenen Freude teilhaben lassen und zeigen, wie wichtig Bücher sind.

Und was lesen Sie am liebsten?

Weil ich ja hauptberuflich wissenschaftliche Bibliothekarin bin, befasse ich mich viel mit Fachliteratur. Deswegen brauche ich in meiner Freizeit eher entspannende Lektüre und greife sehr gerne zu Krimis. Am liebsten lese ich deutsche Krimis. Da ich viel arbeite, habe ich nicht immer Zeit dafür, aber ich versuche so gut es geht, sie mir zu nehmen.

© SZ vom 20.11.2015
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