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Präsentkorb und Urkunde:Ein Zeichen der Wertschätzung

Für ihre langjährige Tätigkeit als kommunale Mandatsträger oder in anderen kommunalen Ehrenämtern zeichnet Landrat Stefan Löwl elf Personen aus.

(Foto: Toni Heigl)

Landrat Stefan Löwl ehrt elf Mandatsträger aus dem Landkreis Dachau für ihre Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung

Von Jacqueline Lang, Dachau

Das Jahr 1996. Offenbar ist es ein gutes gewesen für die Politik im Landkreis Dachau. Von den insgesamt elf zu ehrenden Kommunalpolitikern, die nun für ihre Verdienste um die Kommunale Selbstverwaltung ausgezeichnet werden, haben allein acht ihre Tätigkeiten in genau diesem Jahr aufgenommen. Die meisten davon kommen zudem aus der Gemeinde Altomünster. Insgesamt fünf Mal muss Bürgermeister Anton Kerle (CSU) aufstehen, um als Träger des Präsentkorbs, der neben einer Urkunde von Landrat Stefan Löwl (CSU) überreicht wird, zu fungieren.

Geehrt werden im großen Sitzungssaal des Dachauer Landratsamtes am Mittwochabend Personen, "die sich insbesondere durch langjährige Tätigkeit als kommunaler Mandatsträger oder in anderen kommunalen Ehrenämtern um die kommunale Selbstverwaltung verdient gemacht haben", heißt es auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums des Innern und für Integration.

Vorgeschlagen können sie von den Gemeinden und Landkreisen selbst werden. Ausgezeichnet werden die ehrenamtlich tätigen Politiker an diesem Abend jedoch nicht von Staatsminister Joachim Hermann persönlich, sondern stellvertretend von Landrat Löwl.

Dieser freut sich, dass neben den zu Ehrenden selbst auch fast alle Fraktionsvorsitzenden anwesend sind, ebenso wie die Bürgermeister der Gemeinden oder zumindest deren Stellvertreter. Deren Anwesenheit sei ein Zeichen für die Wertschätzung für das keineswegs selbstverständliche Engagement. Häufig werde dieses nämlich nur "formalisiert anerkannt", nicht aber tatsächlich wertgeschätzt, so Löwl. Besonders in Zeiten, in denen es teilweise schwierig sei, die kommunalen Listen zu besetzen, sei es wichtig zu honorieren, wenn jemand sich das "antut", sagt Löwl.

Eine besondere Ehrung wird Josef Kreitmeir (FW) aus der Gemeinde Markt Indersdorf zuteil. Als einziger an diesem Abend wird ihm nicht nur eine Dankesurkunde verliehen, sondern die Verdienstmedaille. Kreitmeir war von 1996 bis 2014 erster Bürgermeister der Marktgemeinde, zudem jahrelang Vorsitzender des dortigen Schulverbands, Vorsitzender des Zweckverbands der Grund- und Mittelschule Markt Indersdorf, Mitglied des Verwaltungsrates der Kreis- und Stadtsparkasse Dachau-Indersdorf sowie Mitglied im Kreistag Dachau. Die Liste aller Ämter, die Kreitmeir über die Jahre ausgeübt hat, ist jedoch noch deutlich länger. Nach wie vor ist er im Vorstand der Maria-Gschwendtner Stiftung tätig - und Schülerlotse.

Doch nicht nur der ehemalige Bürgermeister von Markt Indersdorf hat sich um die kommunale Selbstverwaltung verdient gemacht. Michael Lampl (CSU) aus der Gemeinde Pfaffenhofen an der Glonn, Martin Betz (CSU) aus der Gemeinde Weichs, Maria Riedlberger (CSU), Josef Obeser (FW), Michael Gailer (FW), Josef Georg Riedlberger (CSU) und Wolfgang Josef Graf (CSU) aus der Gemeinde Markt Altomünster, Alexander Trapp (WG Bachern) aus der Gemeinde Bergkirchen und Edeltraud Lachner (CSU) aus der Gemeinde Schwabhausen bekommen die kommunale Dankurkunde verliehen. Einzig Marese Hoffmann (Bündnis 90/Die Grünen) ist an diesem Abend nicht da, um ihre Urkunde persönlich entgegen zu nehmen. Sie lässt sich jedoch entschuldigen.

Gleich ist allen Ehrenträgern vor allem eines: Sie haben nicht nur ein politisches Ehrenamt über mehrere Jahre hinweg ausgeübt, sondern sich seit Jahren neben Ämtern als (stellvertretende) Bürgermeister, Gemeinde- und Kreisräte auch in diversen Zweckverbänden, Ausschüssen und Referaten in ihren Gemeinden und oft sogar darüber hinaus eingebracht.

Gebe es Menschen wie sie nicht, wird Landrat Stefan Löwl nicht müde zu betonen, vieles wäre nicht möglich in diesem Land. Immerhin haben viele von ihnen in der Vergangenheit häufig Entscheidungen getroffen, die große Auswirkungen auf die Gemeinden gehabt haben. Eine ehrenamtliche Tätigkeit ohne entsprechende Vergütung heißt somit längst nicht, dass nicht die gleiche Verantwortung auf ihren Schultern laste, wie auf denen eines Berufspolitikers, so Löwl.

© SZ vom 20.04.2018
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