Neuer Polizeichef„Sie sind in Dachau sicher“

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Thomas Weber, neuer Leiter der Polizeiinspektion Dachau.
Thomas Weber, neuer Leiter der Polizeiinspektion Dachau. Niels P. Jørgensen

Neuer Chef, neue Aufgaben: Thomas Weber leitet künftig die Polizeiinspektion Dachau. Welche Schwerpunkte er setzen will und wie er auf die Herausforderungen in Dachau blickt, verrät er im Interview.

Interview von Emma Hammarström, Dachau, Dachau

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Mit einem kleinen Festakt ist Thomas Weber, 54, als neuer Chef der Dachauer Polizeiinspektion begrüßt worden. Er übernimmt das Amt von Bernd Waitzmann, 55, der als Leiter zur Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck wechselt. Weber kommt von der Kriminalpolizei Erding. Sein Wechsel zur Schutzpolizei ist ein neues Kapitel für den Polizeidirektor.

SZ: Herr Weber, was war ihr erster Gedanke, als Sie erfahren haben, dass Sie nach Dachau kommen werden?

Thomas Weber: Also zum einen ist es natürlich der Wechsel von der Kriminalpolizei in die Schutzpolizei, der völlig neue Perspektiven erfordert. Wir sind in Uniform regelmäßig von jedem Bürger erkennbar. Wir müssen unsere Rolle freundlich, anständig und professionell annehmen. Auch wenn sich der ein oder andere vielleicht nicht unbedingt immer freut, wenn er uns sieht. Mir ist es trotzdem sehr wichtig, dass man sich auf uns verlassen kann und die Polizei einen guten Eindruck hinterlässt.

Wenn Sie auf die Sicherheitslage blicken, wie sicher ist Dachau derzeit?

Meine Einarbeitung in die Statistik, Zahlendaten, Fakten der Polizeiinspektion Dachau und des Landkreises haben mir gezeigt, dass die Lage ausgesprochen gut ist. Wir haben über viele Jahre hinweg Rückgänge in der Straftatenbelastung, jetzt tatsächlich den niedrigsten Wert seit einigen Jahren. Gleichzeitig haben wir eine sehr hohe Aufklärungsquote. Wir liegen, was die Straftatenbelastung betrifft, unterhalb des Durchschnitts in Bayern und in der Aufklärungsquote über dem Durchschnitt. Ich glaube, das ist eine sehr gute Visitenkarte der Polizeiinspektion Dachau.

Die KZ-Gedenkstätte Dachau macht die Stadt auch für die Polizei zu einem besonderen Ort. Welche Auswirkungen hat das auf Ihre Arbeit?

Es ist wichtig, dass wir die Erinnerungskultur um die KZ-Gedenkstätte und den Holocaust erhalten und dass wir gegen Hass und Hetze jeder Form mit einer ganz niedrigen Schwelle vorgehen. Rechtsextremismus hat keinen Platz in dieser Gesellschaft und Ähnliches darf sich in keiner Weise wiederholen.

Wie werden Beamte auf Einsätze an einem historisch so sensiblen Ort vorbereitet?

Wir haben in der Bereitschaftspolizei Unterricht, der insbesondere für junge Kolleginnen und Kollegen ist, die in der Ausbildung sind. Ich habe mich zudem schon dafür eingesetzt, dass die RIAS-Wanderausstellung, also die Recherche- und Informationsstelle für Antisemitismus, hier ins Gebäude kommt. Ich möchte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Polizeiinspektion Dachau den Zugang zu dieser Ausstellung geben.

Welche Rolle spielen Prävention und Aufklärung im Umgang mit Extremismus?

Eine wahnsinnig große. Nicht nur hier in Dachau gab es ein KZ. Natürlich hört jeder, dass hier das KZ war, alle Schülerinnen und Schüler in Dachau wissen das. Dachau ist über unsere Grenzen hinaus bekannt. Aber auf dem Boden zu gehen, sich das anzuschauen, sich das tatsächlich auch bewusst zu machen, ist noch einmal was anderes. Wir haben in Bayern und im Ballungsraum München sehr viele Orte, die Schauplatz von dieser unschönen, fürchterlichen Vergangenheit, waren. Ich bin mir sicher, dass es viele Orte gibt, deren Vergangenheit nicht, beziehungsweise weniger, bekannt sind und an denen man im Alltag einfach vorbeiläuft.

Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrer Amtszeit setzen?

Zunächst möchte ich den Staffelstab übernehmen und mich sehr gut informieren. Ich bin niemand, der Schnellschüsse gut findet. Was mir tatsächlich am Herzen liegt, ist der Verkehrsbereich. Wir als Polizei haben einen ganz maßgeblichen Anteil an einer guten Verkehrssicherheit. Es hat sich dieses Jahr bereits der dritte tödliche Verkehrsunfall in Dachau ereignet. Jeder Unfall, bei dem einer stirbt, ist selbstverständlich einer zu viel. Ich habe meinen Sachbearbeiter, der sich um Verkehrsarbeit bemüht, gebeten, mit dem Landratsamt und anderen zuständigen Stellen zu schauen, ob wir nicht doch noch irgendeine Verbesserung erreichen können, gerade auf der Verbindungsstraße zwischen Röhrmoos und Vierkirchen, wo der letzte Unfall passierte.

Was möchten Sie den Menschen in Dachau zu Ihrem Amtsantritt sagen?

Ich freue mich auf die Arbeit in Dachau. Ich kann bestätigen, Sie sind in Dachau sicher. Wir wollen als Polizei für ein sicheres Umfeld sorgen, und ich freue mich auf jedes Gespräch.

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Von Alexandra Vettori

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