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Pfaffenhofen:90 mal Erste Hilfe geleistet

Notarzt

Zehn freiwillige Helfer teilen sich die 24-Stunden-Bereitschaft des First-Responders in Pfaffenhofen.

(Foto: dpa/Seeger)

Der First-Responder-Dienst ist seit 1. Mai im Einsatz und hat schon mehrere Leben gerettet

Der First-Responder-Dienst in Pfaffenhofen an der Glonn zieht nach drei Monaten eine positive Bilanz. Im Herbst des vergangenen Jahres beschloss die Gemeinde, einen Ersthelferdienst einzurichten. Am 1. Mai startete das Unternehmen. Betrieben wird er von der Münchner Aicher Ambulanz Union. Pfaffenhofen unterstützt ihn jährlich mit 5000 Euro. Anfangs hatte der First-Responder-Dienst acht ehrenamtliche Helfer, inzwischen sind es sogar zehn, die sich die 24-Stunden-Bereitschaft teilen. Das Fahrzeug der Ersthelfer kostete rund 35 000 Euro. Gemeinde und die Münchner Aicher Ambulanz Union finanzierten es zu gleichen Teilen.

Nun zog der Dienst eine erste Zwischenbilanz. Bis zum 12. August waren die Pfaffenhofener First Responder 90 mal im Einsatz. Die Ehrenamtlichen arbeiteten knapp 2500 Stunden, berichtet der Ebersrieder Johannes Rupp. Allein im Juli rückten die Helferinnen und Helfer 29 mal aus.

Die erste Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle Fürstenfeldbruck erfolgte am 4. Mai um 16.02 Uhr. Der Dienst wurde zu einem Sportplatz gerufen und versorgte eine schwer verletzte Person. Die Einsatzschwerpunkte lagen im ersten Monat bei Unfällen und Verletzungen aller Art, aber auch bei Bewusstseinsstörungen, Herz- und Kreislaufproblemen, neurologischen und psychiatrischen Notfällen sowie zwei Kindernotfällen.

Die Notrufe kamen allerdings nicht nur aus der Gemeinde Pfaffenhofen, sondern auch aus den Nachbarorten Odelzhausen, Egenhofen und Mittelstetten (beide Landkreis Fürstenfeldbruck). Im Laufe des Vierteljahres nahm die Schwere der Fälle zu: Im Juni wurde eine Person wieder belebt; im Juli kümmerten sich die "Responder" um die Rauchgasopfer eines Brandes, sowie um eine Person, die einen Herzinfarkt erlitten hatte, und um einen schwer Verletzten, der eine Gehirnblutung hatte. Zudem erhöhte sich die Zahl der Verkehrsunfälle, zu der die Brucker Leitstelle den Pfaffenhofener Dienst schickte, stetig. Bei rund der Hälfte der Einsätze war ein Notarzt vor Ort.

Zwischen dem 1. August und 12. August wurden die Pfaffenhofener Helferinnen und Helfer elfmal gerufen, unter anderem in ein regionales Seniorenheim. Dabei wurden laut Rupp ein Herzinfarkt und ein Schlaganfall professionell erstversorgt. Außerdem retteten die Ehrenamtlichen ein Kleinkind, das einen Krampfanfall erlitten hatte.

Rupp betont, dass der Dienst Verstärkung für das junge Team sucht. Medizinische Vorkenntnisse seien nicht nötig, die Aicher Ambulanz Union übernehme die entsprechende Ausbildung sowie die Fortbildungen. Einzige Voraussetzung sei ein Wohnsitz in Pfaffenhofen a.d. Glonn oder in der nächsten Umgebung. Die E-Mail-Kontaktadresse lautet: firstresponder@aicher-ambulanz.de.