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Kommunalwahl in Petershausen:Die Mischung macht's

Alexander Heisler will sich in seiner Heimatgemeinde Petershausen politisch einbringen.

(Foto: Toni Heigl)

Der 25-jährige Alexander Heisler führt eine Kandidatenliste aus jungen und erfahrenen Kräften der Grünen Petershausen an

Als "neue Kraft in Petershausen" wollen die Grünen künftig aktiv im Gemeinderat mitarbeiten. Eine Liste mit 16 engagierten Bewerbern hat der im Sommer 2018 neu gegründete Ortsverband deshalb jetzt für die Kommunalwahl 2020 aufgestellt. An der Spitze kandidiert Alexander Heisler, einer der beiden Sprecher der Petershausener Grünen. Der 25-jährige Student ist seit 2015 Mitglied in der Partei und Beisitzer im Kreisverband. Nun will er sich in seiner Heimatgemeinde politisch einbringen. Ihm ist es wichtig, "dass mehr junge Leute mitarbeiten im Gemeinderat." Weiter möchte er sich dafür einsetzen, "dass miteinander, statt gegeneinander entschieden wird." Auch "grüne Themen" liegen Heisler natürlich am Herzen. Als Stichwort nennt er den Ausbau der Radwege und die Minimierung von Flächenfraß. Es gelte, "lieber mal ein Stockwerk drauf zu setzen, als in die Fläche zu bauen." Heisler kritisiert auch die aktuelle Entwicklung in Petershausen, "dass immer mehr Geschäfte im Ortszentrum schließen und am Rand eröffnen."

Auch wenn sich der Ortsverband im vorigen Sommer neu gegründet hat, gab es schon in den 1980er Jahren eine Grüne Liste in der Gemeinde. Und bis 2014 war die ebenfalls ökologisch orientierte ÖDP im Gemeinderat vertreten. Auf diesen Wurzeln lässt sich nun aufbauen, so dass sich auf der Grünen-Liste sowohl junge Gesichter wie auch politisch erfahrene alte Hasen finden. Auf den aussichtsreichen vorderen Plätzen zwei bis vier bewerben sich nach Heisler mit Susanne Strauß (33), Agnes Burghardt (34) und dem zweiten Sprecher Jörg Wunsch (38) jüngere Leute. Strauß ist von Beruf Windgutachterin für Windkraftprojekte, "Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energie sind meine Themen." Jörg Wunsch möchte, dass Petershausen in zehn Jahren CO2-neutral ist. Als Lehrer unterrichtet er auch Wirtschaft und hat deshalb die Finanzpolitik der Gemeinde im Auge. "Der Schuldenstand bereitet mir Kopfzerbrechen."

Für Außenstehende vielleicht überraschend kandidiert auf Listenplatz fünf Lydia Thiel, die aktuell für die CSU im Gemeinderat sitzt. "Mein Herz schlägt schon immer mehr in die grüne Richtung", sagte die 60-jährige Lehrerin, die sich in früheren Jahren bei der ÖDP engagiert hat. Weil 2014 in Petershausen keine Liste von ÖDP oder Grünen zustande gekommen ist, habe sie für die CSU kandidiert. "Um so meine Richtung in den Gemeinderat reinzubringen."

Als ehemaliger ÖDP-Gemeinderat steht der 69-jährige Thomas Grafe auf dem letzten Listenplatz 16 und sieht sich "als Unterstützer" für Jüngere, die in den Rat einziehen sollen. Platz sechs der Liste belegt Herwig Feichtinger, langjähriges Grünen-Mitglied und Redakteur eines Internet-Newsletters für Petershausen. Mit dem 53-jährigen Thorsten Siefarth bewirbt sich auf Platz zwölf ein Kandidat, der bereits auf Bundesebene für die Grünen politisch aktiv war. Die 66-jährige Eva Kappes bezeichnet sich als "grünes Urgestein."

Unter Leitung Achim Liebl, dem Landratskandidaten der Grünen, und Kreisvorstand Richard Seidl belegten die 15 stimmberechtigten Mitglieder zunächst in Einzelabstimmung die ersten sechs Plätze, um Platz vier und fünf kam es zu Kampfabstimmungen, die aber harmonisch abgewickelt wurden. Jörg Wunsch setzte sich gegen Herwig Feichtinger auf Platz vier durch, den fünften Platz erhielt Lydia Thiel, die eine Stimme mehr bekam, als Astrid Heisler. Die Kandidaten von Platz sieben an wurden dann en bloc nominiert. Das Ergebnis ist eine Liste, die nicht streng dem Reißverschlussverfahren der Grünen folgt, aber doch paritätisch mit acht Frauen und acht Männern besetzt ist. Die freien Plätze auf der Liste werden durch Doppelnennung der vorderen Ränge aufgefüllt. Ein Wahlprogramm gibt es noch nicht. Das, so Spitzenkandidat Alexander Heisler, werden die Kandidaten nun gemeinsam ausarbeiten. Im Mittelpunkt sollen grüne Themen wie Energie und Nachhaltigkeit stehen.