Petershausen Individuelles Lernen

Grundschulleiterin Ulrike Schneider-Güll erklärte die Vorteile der gebundenen Ganztagsschule.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

SPD Petershausen diskutiert die Ganztagsschule

Wie man einen gebundenen Ganztagszug in der Grundschule Petershausen realisieren kann und wie die Tage für die Schüler gestaltet werden - diese Themen wurden bei der SPD während einer öffentlichen Sonntags-um-4-Veranstaltung diskutiert. Grundschulleiterin Ulrike Schneider-Güll, die als Referentin eingeladen war, sagte, dass sich bei zügiger Umsetzung der Pläne, vor allem der baulichen Veränderung der Schule, die Eltern vom Schuljahr 2018/2019 an auf einen gebundenen Ganztag einstellen können. Das bedeutet, Unterricht von 8 bis um 16 Uhr an vier Tagen in der Woche. Freitags endet der Unterricht mittags.

Sie sehe ein großes Potenzial an Kindern, deren Eltern sich für das neue Angebot entscheiden werden, so Schneider-Güll: "Die Hauptpfeiler des Ganztags umfassen mehr individuelles Lernen, bessere Beziehung zwischen Schülern und Lehrern, keine Hausaufgaben und damit weniger Konflikte zu Hause, mehr Zeit für Kreatives und Projekte. Außerdem ist dieses Betreuungsangebot - bis auf das Mittagessen - kostenlos."

Das Thema Ganztagsschule, so die SPD, sei von jeher ein Thema der Sozialdemokraten. Inzwischen garantiere die Staatsregierung ein bedarfsgerechtes Ganztagsangebot von 2018 an für alle Schularten. "Für die Eltern ist dies enorm wichtig, denn wenn Vater und Mutter berufstätig sind, ist eine kostenlose Betreuung nicht immer einfach", heißt es in der Mitteilung. Vor allem aber für die Kinder von Alleinerziehenden - und das sind in Petershausen fast ein Drittel - sei die Verlässlichkeit auf eine gute Ganztagsschule enorm wichtig. "Wir können froh sein, dass es in Petershausen aber auch noch andere Betreuungsmöglichkeiten gibt, zum Beispiel Hort und Mittagsbetreuung. Das ist prima für Eltern, die nicht jeden Tag Betreuung am Nachmittag brauchen", so Schneider-Güll.

Die zusätzlichen Stunden, die die Schule nun bis zum Nachmittag zur Verfügung hat, teilen sich auf in Intensivierung des Unterrichtsstoffes und in den Kreativ-Unterricht. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Fächer Mathematik, Deutsch, Heimat- und Sachkunde nur am Vormittag stattfinden. Eine sogenannte Rhythmisierung - Zeiten für Anspannung und Entspannung - ist dabei das Ziel.

Gemeinsam mit einem Kooperationspartner, beispielsweise mit der Volkshochschule, wird der Schul-Ganztag jenseits des Lehrplans ermöglicht. Susanne Hirschvogel, die bei der VHS Dachau Land für die Betreuung einiger Ganztagsschulen im Landkreis zuständig ist, erklärte die mögliche Vorgehensweise. "Die VHS wird von der Schule als Kooperationspartner ausgewählt und schließt einen Vertrag. Wir übernehmen dann die Akquise der Dozenten und greifen dabei gerne auf Menschen der Gemeinde zurück." Mögliche Angebote reichen von Lesetraining, Lernförderung, Yoga, Musik, Tanz, Umweltbildung bis hin zu Sport und Kunst.

Für die Bildung einer ersten Ganztagsklasse sind 13 Kinder nötig - nach Einschätzung des SPD Ortsvereins Petershausen aber wird die Nachfrage noch viel größer sein.