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Unterschriftenaktion in Petershausen:"Die Ortsmitte braucht ein Geschäft"

Alter Edeka Markt

Ungewisse Zukunft: Das Areal des früheren Edeka-Marktes in der Münchner Straße liegt momentan brach.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Seitdem Edeka in Petershausen in einen großen Neubau am westlichen Ortsrand umgezogen ist, liegt der alte Standort brach. Nun gibt es eine überparteiliche Unterschriftenaktion für den Erhalt der Nahversorgung im Zentrum.

Von Horst Kramer, Petershausen

Das Areal des früheren Edeka-Marktes in der Münchner Straße in Petershausen hat schon bessere Zeiten gesehen: Das Gebäude ist geschlossen, der Platz davor abgeriegelt, die Nachnutzung ungewiss. Lydia Thiel möchte sich mit dieser Situation nicht abfinden: "So kann es nicht bleiben", sagt die Gemeinderätin der Grünen. "Wir brauchen in der Ortsmitte weiterhin ein attraktives Nahversorgungsangebot."

Seitdem Edeka von der Münchner in die Jetzendorfer Straße umgezogen ist, liegt das Grundstück in zentraler Lage brach. Mitten im Ort klafft eine Nahversorgungslücke. So sieht das zumindest Lydia Thiel. Deshalb hat sie eine Unterschriftenaktion auf den Weg gebracht, die mehrere Fraktionen im Gemeinderat unterstützen. Der Titel ist eine Forderung: "Erhalt der Nahversorgung im Zentrum von Petershausen!" Neben den Grünen tragen die CSU, die FDP und die Überparteiliche Bürgervereinigung die Aktion mit. Zudem hat sich der SPD-Gemeinderat Bernhard Franke der Forderung angeschlossen. Die Freien Wähler um Bürgermeister Marcel Fath halten sich dagegen bei diesem Thema zurück. Fath deutete an, dass dieses Thema demnächst auf der Tagesordnung einer Ratssitzung landen könnte.

"Es sind verschiedene Möglichkeiten denkbar"

Die Zukunft des Edeka-Geländes beschäftigt die Gemeinde, seitdem die Aussiedlung des Edeka-Markts an den westlichen Ortsrand erstmals vor rund fünf Jahren diskutiert wurde. Das Thema wurde im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) ausführlich behandelt. Damals hatte der Discounter Penny Interesse an dem Standort bekundet, der sich im Besitz der Sparkasse Dachau befindet. Angedacht war ein Neubau, den sich die Handelskette mit der Gemeindeverwaltung teilen könnte. Eine Idee, die Teile des Gemeinderats jedoch mit Skepsis betrachteten. Dennoch war die Nachnutzung eine wichtige Voraussetzung für die Zustimmung des Gremiums zur Aussiedlung von Edeka. Im vergangenen Sommer haben sich diese Pläne zerschlagen: Penny zog seine Zusage zurück, wie Bürgermeister Marcel Fath dem Gemeinderat zuletzt berichtete.

Und jetzt? "Es sind verschiedene Möglichkeiten denkbar", meint Lydia Thiel. Etwa ein Geschäft, das Lebensmittel von Erzeugern aus der Region vertreibt, oder auch ein Engagement eines anderen Discounters. Nicht zuletzt, weil ein derartiger Händler wegen seines ausgewählten Angebots geringere Verkaufsflächen als ein Vollsortimenter wie Edeka benötigt - in der Münchner Straße standen dem Markt rund 900 Quadratmeter zur Verfügung, am neuen Standort in der Jetzendorfer Straße sind es 1700 Quadratmeter.

"Die Ortsmitte braucht auf alle Fälle ein Geschäft mit Publikumsverkehr", findet Thiel. Eine der Forderungen der Unterschriftenliste lautet daher: "Mit meiner Unterschrift appelliere ich an die Sparkasse Dachau und bitte die Gemeinde Petershausen, die Nahversorgung am jetzigen Standort mit einem nachfolgenden Pächter weiterhin zu gewährleisten."

Doch laut Thiel ist es schwierig, im Lockdown eine derartige Aktion erfolgreich über die Bühne zu bringen. Kopien der Listen liegen in der Lockdown-Periode in allen systemrelevanten Geschäften aus. Ob sich nach dem 10. Januar - dem von der Staatsregierung angedachten Ende des Lockdowns - andere Möglichkeiten der Kommunikation bieten, müsse man abwarten, so Thiel. Der Unterschriftenaufruf soll mindestens bis zum 1. Februar laufen.

© SZ vom 30.12.2020
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