Petershausen Dinauer verlässt Freie Wähler

Gemeinderätin zieht Konsequenzen aus Differenzen mit ihrer Fraktion

Zur Mitte der Wahlperiode verlässt in Petershausen jetzt Gemeinderätin Inge Dinauer die Fraktion der Freien Wähler. Die Petershausenerin tritt aus der Wählervereinigung aus und will dem kommunalpolitischen Gremium künftig als parteiloses Mitglied angehören. "Das ist keine Spontanaktion, sondern Konsequenz der vergangenen Wochen und Monate", erklärt Dinauer. Wo genau die Differenzen zwischen ihr und den Freien Wählern gelegen haben, mag Inge Dinauer nicht näher erläutern. Allerdings hat die Architektin jüngst immer mal wieder im Gemeinderat eine andere Meinung vertreten als ihre Fraktion. So stimmte Dinauer beim Thema Edeka-Aussiedlung gemeinsam mit der CSU-Fraktion gegen das Konzept von Bürgermeister Marcel Fath (FW).

In die Gemeindepolitik kam Dinauer 2013, als im Dorf der Streit um die Bebauung der Ortsmitte entbrannte. Die im Städtebau tätige Architektin, selbst von dem Vorhaben als Anwohnerin im Zentrum betroffen, trat damals den Freien Wählern bei und errang bei der Kommunalwahl 2014 sofort ein Mandat. Das Thema Ortsmitte ist inzwischen abgehakt, aber offenbar gibt es nun unterschiedliche Auffassungen zwischen Dinauer und den Freien Wählern. "Meinungsvielfalt, Meinungsfreiheit und eine konstruktive Diskussion sind für uns Freie Wähler im Gemeinderat Grundwerte, um die besten Lösungen für unsere Gemeinde zu entwickeln", schreibt Fraktionssprecherin Andrea Stang in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem FW-Vorsitzenden Josef Mittl. Dinauer habe "trotz beiderseitiger Bemühungen keine Möglichkeit für eine künftige Zusammenarbeit gesehen" und sich daher entschlossen, die Fraktion wie auch die Wählervereinigung zu verlassen.

Mit Dinauers Entscheidung ändern sich die Machtverhältnisse im Petershausener Rat nicht grundlegend. Zwar verliert die Fraktion von Bürgermeister Marcel Fath (FW) einen von bisher sieben Sitzen im Gremium. Aber selbst wenn sich Dinauer der CSU-Fraktion anschließen sollte, die bisher über acht Stimmen verfügt, wird weiterhin keine politische Gruppierung für sich alleine über eine eigene Mehrheit verfügen und damit Entscheidungen durchsetzen können.