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Pandemiebekämpfung in Dachau:Landkreis setzt auf Luca-App

Ab kommenden Montag ist die Registrierung möglich

Die Pandemie hat den Landkreis weiterhin im Griff: Seit mehr als einer Woche befindet sich der Inzidenzwert über 100. Gleichzeitig sehnen sich Bevölkerung und Wirtschaft nach Erleichterungen und Öffnungen. Als Hilfsmittel für erleichterte Möglichkeiten zur Öffnung wurden in den vergangenen Wochen "digitale Kontaktdaten-Erfassungs-Apps" diskutiert. Bayern setzt bei der Corona-Kontaktnachverfolgung nun auf die Softwareanwendung Luca, nun zieht der Landkreis Dachau nach.

Im Rahmen eines "Verhandlungsvergabeverfahrens" des bayerischen Digitalministeriums hat sich die App durchgesetzt. Luca biete offensichtlich unter den bestehenden Anbietern "die besten Voraussetzungen, einen Beitrag zu leisten, die Infektionsketten zu durchbrechen und letztendlich so die Bevölkerung in Bayern stärker vor einer weiteren Ausbreitung der Pandemie zu schützen", heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Dachauer Landratsamts.

Das Digitalministerium hat die Lizenz für den gesamten Freistaat Bayern erworben, sodass die Nutzung der App für die Bürgerinnen und Bürger sowie für alle teilnehmende Unternehmen und Organisationen kostenlos ist. Auch der Landkreis Dachau übernimmt diese bayernweite Lösung, obwohl zunächst die App "Darf ich rein" favorisiert worden war. Die Art und Weise der Kontaktverfolgung, ob digital per App oder auch weiterhin schriftlich, liegt jedoch, das betont das Landratsamt, im Verantwortungsbereich des jeweiligen Kontakterhebungspflichtigen. "Wir appellieren jedoch an Sie, die App und entsprechenden QR-Codes zu nutzen", so Johann Liebl von der Dachauer Wirtschaftsförderung.

Mit Hilfe einer digitalen Lösung sollen Öffnungen schneller ermöglicht werden, denn die Kontaktnachverfolgung für das Gesundheitsamt wird erheblich erleichtert, indem die Zettelwirtschaft mit unleserlichen Handschriften oder Fake-Namen abgelöst wird. Durch ein einfaches Ein- und Auschecken der Gäste mit Hilfe der durch die App erstellten QR-Codes können die verschlüsselten Kontaktdaten einfach und digital festgehalten werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ziel sei es, dass die in den Geschäften, Gastronomie-, Kultur- oder Sportbetrieben erfassten Daten vom Gesundheitsamt unmittelbar weiterverwendet werden könnten, wenn ein Besucher nachträglich positiv getestet werde. Kontaktpersonen würden bei einem Infektionsfall direkt und schnell über die App informiert - parallel dazu würden die Gesundheitsämter informiert, die dann Zugriff auf die Kontaktdaten der übrigen Gäste bekämen. Auch private Treffen könnten so dokumentiert werden. Ein weiteres Plus: Die Luca-App ist in Deutschland schon weit verbreitet, Personen könnten die App daher auch in anderen Bundesländern nutzen.

Registrieren können sich Smartphone-Nutzer über www.luca-app.de/locations. Zu finden ist die App im Android- oder Applestore. Die kostenfreie Registrierung steht voraussichtlich von Montag, 19. April, an zur Verfügung.

© SZ vom 14.04.2021 / SZ
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