OlchingEigene Gesellschaft für Geothermie

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Geothermie-Bohrung: So ähnlich könnte es vom nächsten Jahr an am GfA in Geiselbullach aussehen.
Geothermie-Bohrung: So ähnlich könnte es vom nächsten Jahr an am GfA in Geiselbullach aussehen. Jens Büttner/dpa

Für sein Erdwärmeprojekt gründet das GfA die Amperland Thermalwärme GmbH – auch damit nicht die Müllgebührenzahler mögliche Risiken tragen müssen.

Von Heike A. Batzer, Olching

Das im Olchinger Ortsteil Geiselbullach ansässige Gemeinsame Kommunalunternehmen für Abfallwirtschaft (GfA) darf nach Tiefenwärme bohren. Die beiden Kreistage von Fürstenfeldbruck und Dachau machten den Weg dazu frei und stimmten der Gründung einer Tochtergesellschaft zu. Diese soll den Namen „Amperland Thermalwärme Gmbh“ tragen und dafür Sorge tragen, dass sich finanzielle Risiken am Ende nicht auf die von den Bürgern in beiden Landkreisen zu zahlenden Müllgebühren auswirken. Denn das GfA, an dem beide Landkreise beteiligt sind, ist zuvorderst dafür da, Abfall über ein Heizkraftwerk zu entsorgen.

Die Unternehmenssatzung des GfA wurde bereits angepasst. Eine von der Firma G.E.O.S. durchgeführte Machbarkeitsstudie, die die Realisierbarkeit des Vorhabens untersuchte, bestätigte dessen Erfolgsaussichten und zeigte, dass „wir die wasserführende Schicht in zwei Kilometern Tiefe erreichen können. Das ist eine sehr günstige Konstellation“, sagte GfA-Geschäftsführer Thomas König der SZ. Die Gründung der Amperland Thermalwärme ist zunächst ein formaler Schritt und auch notwendig, um Förderanträge stellen zu können. Beide Kreistage sprachen sich kurz vor den Sommerferien dafür aus.

Dass das GfA überhaupt in den Bereich Geothermie einsteigen kann, ist einer Änderung des bayerischen Klimaschutzgesetzes aus dem Jahr 2022 zu verdanken, demzufolge erstmals auch auf Landkreisebene Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien errichtet und betrieben werden dürfen. Das war bisher nur den Städten und Gemeinden erlaubt.

Das GfA liefert Strom und seit 2001 auch Fernwärme aus der Abfallverbrennung in angeschlossene Netze der Kommunen Olching und Bergkirchen und auch Prozesswärme für Betriebe in beiden Gewerbegebieten. Die Geothermie könne nun flexibel in die vorhandene Fernwärme-Infrastruktur eingegliedert werden, heißt es bei dem Unternehmen. Der Bohrplatz wird sich auf dem eigenen Firmenareal befinden, das rund um die Uhr überwacht wird und für das ein erprobtes Sicherheitskonzept gilt.

GfA-Geschäftsführer Thomas König
GfA-Geschäftsführer Thomas König Jana Islinger

„Wir entnehmen nur Wärme, kein Wasser“, stellt der Geschäftsführer klar

Die sogenannte hydrothermale Geothermie nutzt die Wärme aus natürlichen Tiefenwasservorkommen. Dabei soll etwas mehr als 70 Grad heißes Wasser an die Oberfläche geholt und über einen Wärmetauscher abgekühlt werden. Anschließend wird es in die Entnahmeschicht zurückgeführt. „Wir entnehmen nur Wärme, kein Wasser“, stellte GfA-Geschäftsführer Thomas König in einer Sitzung des Fürstenfeldbrucker Kreistags klar. Die Geothermie gilt als regenerative, grundlastfähige und klimafreundliche Energiequelle.

König hatte mehrfach in den Kreistagen vorgesprochen, um das Vorhaben vorzustellen. Die Frage der Sicherheit der Energieversorgung habe es lange Zeit nicht gegeben, sagte König ergänzend der SZ. Mittlerweile aber stelle sich die Frage, ob man genügend erneuerbare Energie erzeugen könne, um den derzeitigen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Und dass Versorgungssicherheit kein Naturgesetz ist, habe der Krieg in der Ukraine schlagartig bewusst gemacht. Geothermie sei die „einzige Wärmequelle, die unser eigen ist, weil sie hier ist“.

Der Bohrplatz soll von Juni 2025 an errichtet werden, die erste Bohrung zwischen August und Dezember 2025 stattfinden.

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