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ÖPNV:Tram von München in den Landkreis

Die Trasse entlang der Dachauer Straße könnte verlängert werden

Von Anita Naujokat, Dachau

Die Stadt München plant langfristig, die Trambahntrasse entlang der Dachauer Straße weiter in Richtung Norden bis in den Landkreis Dachau zu verlängern. Zumindest soll die Deutsche Bahn bei der Erweiterung der Eisenbahnüberführung an der Dachauer Straße in Moosach schon einmal Platz dafür einkalkulieren. Denn der Streckenabschnitt ist als "mögliche Tramneubaustrecke" für die Fortschreibung des Nahverkehrsplans der Stadt enthalten, über die der Stadtrat voraussichtlich noch in diesem Jahr entscheidet. Dies geht aus der Stellungnahme der Stadt München für das Planfeststellungsverfahren im Zuge des Ausbaus der Röhre hervor. Hierin bittet die Stadt die Bahn, ihre Planung technisch in der lichten Höhe, der Längsneigung, Größe der Grundwasserwanne und dem Querschnitt so anzupassen, dass künftig eine Tram durchfahren könnte, wozu aber noch der Stadtrat zustimmen müsse.

Unterstützt werde eine Tramverlängerung nachhaltig auch von Stefan Löwl (CSU), dem Landrat des Landkreises Dachau, heißt es. Zudem hätten für das interkommunale Konzept "Raum München Nord" Vertreter des Landkreises und der Großen Kreisstadt Dachau mehrfach den Bedarf einer leistungsfähigen, tangentialen Schienenverbindung zwischen Dachau und einer im Münchner Norden gelegenen U-Bahn betont. Im Verkehrsplan des Landkreises Dachau sei diese Verbindung als Buslinie enthalten und kann nach Einschätzung des Planungsreferats als "Vorläuferlinie" für eine Lösung auf der Schiene betrachtet werden.

Bei der Weiterentwicklung des innerstädtischen Netzes für den Schienennahverkehr sind auch die Stadtwerke München und die Münchner Verkehrsgesellschaft beteiligt. In den Voruntersuchungen seien viele Vorschläge für neue Tram- und U-Bahnstrecken beider Gesellschaften, der Verwaltung und politischer Parteien überprüft worden.

So ganz neu ist die Idee einer Tram zwischen Dachau und München nicht. Bereits vor einem Vierteljahrhundert hatte der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München Überlegungen für eine Stadt-Umlandbahn zwischen beiden Städten angestellt. Seitdem war die Idee immer wieder mal diskutiert, befürwortet oder verworfen worden, bis sie wegen vordringlicherer Projekte oder der fraglichen Finanzierung in der Schublade verschwand. Die damalige Arbeitsgruppe Städtebau Karlsfeld ging in einer 58 Seiten langen Untersuchung 2001 sogar davon aus, dass ein zusätzliches Personenbeförderungssystem wirtschaftlich "ein Millionengrab für den Landkreis Dachau" bedeute und die Lebensqualität im südlichen Landkreis einschränken würde. Aus heutiger Sicht offenbar überholt.

© SZ vom 06.10.2020
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