Odelzhausen und Pfaffenhofen schalten sich ein Streit um fünftes Gymnasium hält an

Das Ignaz-Taschner-Gymnasium in Dachau wird gerade erweitert.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Die Bürgermeister von Pfaffenhofen und Odelzhausen widersprechen sich zu den Diskussionen im Schulverband

Von Horst Kramer, Odelzhausen

Der Vorstoß der Bürgermeister Marcel Fath (Petershausen, FW) und Markus Trinkl (Odelzhausen, parteifrei) für ein fünftes Gymnasium am Landkreisrand schlägt Wellen. Am Montag meldeten sich beider Amtskollegen Simon Landmann (Bergkirchen), Gerhard Hainzinger (Sulzemoos) und Helmut Zech (Pfaffenhofen a.d. Glonn, alle CSU) in einem Leserbrief in der SZ zu Wort, in der sie die Notwendigkeit eines Gymnasiums im westlichen Landkreis bestätigten, ohne dabei dem Standort Odelzhausen ausdrücklich zu widersprechen.

Zech ergänzte am Montagabend die Aussagen des Briefs im Gespräch mit der SZ Dachau: "Der Schulstandort Odelzhausen wäre mit einem fünfzügigen Gymnasium überfordert." Zech weiter: "Jeden Tag müssten zusätzlich rund 1000 Schülerinnen und Schüler in das Schulviertel transportiert werden, das kann nicht funktionieren." Zudem bestritt er, dass die dafür notwendigen Schülerzahlen überhaupt erreicht würden.

Der Pfaffenhofener Rathauschef verwies zudem auf einen Beschluss des Schulzweckverbands, der sich einmütig gegen ein fünfzügiges Gymnasium ausgesprochen habe. "Mit den Stimmen der Odelzhausener Vertreter", wie Zech betonte. Der Tagesordnungspunkt sei im nicht-öffentlichen Teil diskutiert worden, werde jetzt aber vorzeitig veröffentlicht, so Zech weiter, der auch Schulzweckverbandsvorsitzender ist.

Trinkl nahm sowohl zum Leserbrief wie zu den Aussagen Zechs Stellung: "Bis dato war öffentlich nur von den Standorten Röhrmoos und Hebertshausen die Rede. Dass nun der westliche Landkreis aufgrund der langen Fahrzeiten priorisiert werden soll, finde ich gut." Seine Schlussfolgerung: "Da sich der Brief gegen unseren Vorstoß richtet, soll anscheinend Bergkirchen ein Gymnasium erhalten. Das wurde bisher nicht öffentlich kommuniziert."

Der Odelzhausener bestätigte Zechs Bericht über das Schulverbandsvotum gegen ein fünfzügiges Gymnasium, ergänzte aber: "In derselben Sitzung wurde auch über ein mögliches zwei- oder dreizügiges Gymnasium abgestimmt. Mit einem eindeutigen Ergebnis: Alle waren dafür, auch Helmut Zech und die Sulzemooser Vertreter."

Dass der Pfaffenhofener Bürgermeister die Argumentation in Sachen Fahrzeit mit Blick auf eine Schule in Bergkirchen unterstütze, könne er überhaupt nicht verstehen, so Trinkl weiter. "Gymnasiasten aus dem Pfaffenhofener Gemeindegebiet sind zurzeit 75 oder mehr Minuten bis nach Dachau unterwegs. Die Fahrzeit nach Bergkirchen wäre nur eine Viertelstunde kürzer." Ein Gymnasium Odelzhausen läge hingegen direkt vor Pfaffenhofens Haustür. Zu den für ein Gymnasium notwendigen Schülerzahlen rechnet Trinkl vor: "Im westlichen Landkreis gehen derzeit rund 1600 Kinder auf die Grundschulen." Der Odelzhausener hat dazu die Zahlen der eigenen Grundschule sowie der Lehrinstitute in Altomünster, Erdweg und Bergkirchen addiert. "Für ein dreizügiges Gymnasium benötigen wir rund 650 Schülerinnen und Schüler. Eine Zahl, die wir bei einer Übertrittsquote von vierzig bis fünfzig Prozent locker erreichen."

"Ein weiterer Punkt ist ihm wichtig: "Das Wachstum in der gesamten Region ist noch nicht berücksichtigt. Ebenso wenig unser Einzugsgebiet in den Nachbarlandkreisen Fürstenfeldbruck und Aichach-Friedberg." Das Schreiben an Kultusminister Bernd Siebler (CSU) dürfte mittlerweile in dessen Postkasten eingegangen sein. In Odelzhausen und Petershausen wartet man nun gespannt auf eine Antwort.