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Odelzhausen:Geschichten, die das Leben schreibt

Der Helferkreis hat die Erzählungen von Geflüchteten protokolliert

Seit 2015 unterstützt der Helferkreis Odelzhausen ebenso unbürokratisch wie pragmatisch Flüchtlinge und Asylsuchende in ihrem Alltag sowie bei der Überwindung sprachlicher und kulturelle Hürden. Nun wurde der Internet-Auftritt des Helferkreises Odelzhausen sowohl inhaltlich als auch optisch völlig überarbeitet und steht ab sofort in neuem Look im Netz. Die neue Homepage solle, so heißt es in einer Pressemitteilung, "insbesondere mit den Flüchtlingsgeschichten Verständnis für die Situation der Bewohner des Containerdorfs schaffen". Dazu wurden die Erzählungen der Flüchtlinge protokolliert. Natürlich könnten die einzelnen Geschichten der Flüchtlinge nicht im Detail auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden und selbstverständlich können die den Porträts beigeordneten Info-Kästen nur ein erster Anstoß sein, sich mit den Gegebenheiten verschiedener Länder auseinanderzusetzen. Aber wenn man beispielsweise wisse, dass in Nigeria Homosexualität mit Gefängnisstrafen geahndet wird, sei der Fluchtgrund eines Betroffenen leichter nachvollziehbar, so die Meinung des Helferkreises.

Neben den Porträts einzelner Asylbewerber erzählen auch einige Helfer von ihren vielschichtigen Erfahrungen im Umgang mit den Flüchtlingen. Bei der Begegnung mit Menschen völlig fremder Kulturkreise lägen positive wie negative Erlebnisse nah beieinander. Allen Helfern sei bewusst, dass ein "romantisierender Blick auf die Fremden wenig hilfreich" sei. Vielmehr seien "Ausdauer und ein gewisser Pragmatismus" gefragt. Die Gesprächsprotokolle zeigten, dass die Helfer vom Schulterzucken über "hoffnungslose Fälle" bis hin zu freundschaftlichen Beziehungen zu den Fremden verschiedenste Gefühlslagen erleben, beschreiben die Ehrenamtlichen ihre Arbeit.

Die neue Homepage soll von nun an kontinuierlich gepflegt werden. So soll sich beispielsweise die Reihenfolge der Flüchtlingsgeschichten mit jedem neuen Porträt ändern. Ältere Storys wandern nach unten, sodass die Leser immer wieder andere Asylbewerber kennenlernen.

© SZ vom 30.10.2020 / SZ

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