Neuer Verband gegründet:Jung und grün

Grüne Jugend

Johanna Dorr (links) und Julia Mählich sind die neugewählten Sprecherinnen des Kreisverbands der Grünen Jugend Dachau.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Der Kreisverband der Grünen Jugend Dachau hat sich nun offiziell gegründet und plant bereits Aktionen für den Wahlkampf

Von Viktoria Hausmann, Dachau

Die Mitglieder trudeln nach und nach ein, viele davon sind noch Teenager. Die Initiatoren des Treffens Johanna Dorr, 27, Julia Mählich, und Alexander Heisler, beide 26, von der Grünen Jugend begrüßen jeden und jede so persönlich, wie es mit Abstand und Maske geht. Anders als die Politiker aus dem Kreis- Land- und Bundestag, die sonst im Erchana-Saal des Ludwig-Thoma-Hauses auftreten, stehen die drei an einem kleinen Tisch vor der Bühne, um möglichst nah an der Basis zu sein.

Bei der Gründungsveranstaltung des Kreisverbandes der Grünen Jugend Dachau darf natürlich auch die Flagge der Grünen Jugend mit dem grimmig dreinblickenden Wappen-Igel "Aggri" an diesem Montagabend nicht fehlen. Sie wird für die Dauer der Sitzung auf dem Podium des Saals ausgelegt. Getreu dem Motto der Parteijugend: jung, grün, stachlig. Streng genommen handelt es sich aber bei der Gründung im Thoma-Haus bereits um die zweite Gründung: Bereits im Dezember hatte sich der Verband provisorisch online gegründet. Nun wird die Gründung analog bestätigt. An diesem Abend sind 13 interessierte, junge Leute erschienen, die trotz Masken und Abstand über Politik diskutieren wollen. Die Tagesordnung ist ähnlich wie bei anderen Parteien. Begrüßung, Anerkennung der Satzung, Bildung eines Wahlausschusses, Bericht vom Parteitag beziehungsweise "Netzwerktreffen", Sonstiges. Die Atmosphäre ist allerdings etwas lockerer: Jeder wird ganz selbstverständlich mit Vornamen angesprochen und nicht nur die Initiatoren stellen sich vor, sondern alle Anwesenden. Die Jugendlichen im Saal kommen aus allen Teilen des Landkreises. Die meisten sind Dachauer und Hebertshausener. Eine Ausnahme ist Vorstandsmitglied Julia Mählich. Die Jurastudentin ist eigentlich aus München und wird deswegen nur zur kommissarischen Sprecherin ernannt. Unter den Mitgliedern sind Gymnasiastinnen, Realschüler und Studentinnen. Die meisten von ihnen sind zwischen 15 und 17 Jahre alt. Man könnte sagen: Die Fridays-For-Future-Generation sitzt im Saal. Ältestes Mitglied ist Grundschullehrerin Johanna Dorr. Anders als bei anderen Parteijugendorganisationen kann man bei den Jungen Grünen nur bis zum 27. Lebensjahr Mitglied sein.

Die beiden Wahlgänge sind coronakonform kurz. Dorr, Mählich und Heisler werden als Vorstandsmitglieder bestätig. Dorr und Mählich als Sprecherinnen, Heisler als Schatzmeister. Hinzu kommen drei Beisitzerinnen und ein Beisitzer, womit die Frauenquote von 50 Prozent im Kreisvorstand übererfüllt ist.

Nach der Wahl geht es um den Wahlkampf. Die Grüne Jugend plant unter anderem zusammen mit der Partei einen "Politischen Dienstag" auf der Thoma-Wiese - zu dem auch ein Mitglied der Führungsspitze auf Bundesebene erscheinen soll - und einen "Queer Fight Club". Der "Queer Fight Club" ist eine der großen vier Wahlkampfveranstaltungen der Grünen in Bayern und soll Mitte August in Dachau stattfinden. Angelehnt an die Feminist-Fight-Club-Veranstaltungen sollen homo- und transsexuelle Personen über die Diskriminierung, die sie erleben sprechen, Beleidigungen gegen sie vortragen und darüber diskutieren. Ähnliche Formate gibt es auch für Frauen und Migranten.

Ein weiteres wichtiges Thema für den Wahlkampf ist Social Media. Hier wollen die jungen Grünen eher auf Instagram als auf Facebook setzen, denn dort vermuten sie ihre Zielgruppe. Das Credo: viele Bilder, wenig Text. Am Ende der Veranstaltung gibt es noch Fair-Trade-Produkte für alle Vorstandsmitglieder. Stilecht verpackt in Tüten aus alten Kalenderblättern.

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