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Naturschutz:Brutstätte seltener Falter

Großer Wiesenknopf

Wegen der tiefroten Farbe seiner Blüten wird der Große Wiesenknopf auch Blutströpferl genannt.

(Foto: Sebastian Böhm/oh)

Ampertaler des Monats August ist der Große Wiesenknopf

Die Gebietsbetreuung des Ampertals bei den Landschaftspflegeverbänden Dachau und Fürstenfeldbruck stellt jeden Monat einen "echten Ureinwohner" vor. Der Ampertaler des Monats im August fällt meistens erst beim zweiten Blick ins Auge, ist aber mit seinen blutroten Blüten eine echte Schönheit. Wegen dieser Blüten wird der Große Wiesenknopf mancherorts auch "Blutströpferl" genannt. Er kommt im Ampertal nur noch zerstreut vor, war aber früher in den feuchten Wiesen entlang des Flusses weit verbreitet. Aus den heute sehr intensiv genutzten und gedüngten Grünlandflächen ist er aber wie so viele andere Arten verschwunden.

Das ist umso dramatischer, da das Vorkommen dieser Pflanze die wesentliche Voraussetzung für eine seltene Schmetterlingsart ist. Denn der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling legt seine Eier ausschließlich an den Blütenköpfen des Großen Wiesenknopfs ab, an denen sich anschließend die Raupen des Falters entwickeln. Das Vorkommen des Ameisenbläulings beschränkt sich größtenteils auf Mitteleuropa, weshalb ein Verschwinden des Wiesenknopfs hier bei uns auch das Aus für den Schmetterling bedeuten würde. Vom Erhalt dieser schönen Pflanze und ihrer Biotope bei uns hängt also tatsächlich auch das weltweite Überleben des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings ab, erklärt Gebietsbetreuer Sebastian Böhm.

Wo der Große Wiesenknopf noch zu finden ist, lässt er seine Blüten etwa ab Ende Juni sehen, die letzten zeigen sich bis weit in den Herbst hinein. Den Rest des Jahres lässt er sich allerdings mit etwas Übung auch an seinen typischen gefiederten Blättern erkennen. Neben extensiven Wiesen findet man ihn auch an Orten wie Grabenrändern, Bahndämmen oder Wegböschungen.

© SZ vom 14.08.2020 / SZ

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