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Nachruf:Trauer um Hubert Trinkl

Hubert Trinkl-Nachruf

Hubert Trinkl.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Der ehemalige Dachauer CSU-Ortsvorsitzende ist im Alter von 51 Jahren gestorben

Der langjährige Stadtrat und frühere CSU-Ortsvorsitzende Hubert Trinkl ist tot. Er starb nach Angaben des Dachauer CSU-Chefs Tobias Stephan am Montag im Alter von 51 Jahren nach schwerer Krankheit. Sein früher Tod sei "wahnsinnig tragisch", sagt Stephan, der Trinkl seit fast 20 Jahre kannte. Wegbegleitern wird "der Hubsi", wie er von Freunden genannt wurde, als humorvoller Mensch in Erinnerung bleiben, der sein Glück zuletzt in München suchte.

Der Lokalpolitiker aus Etzenhausen war zwischen 2002 und 2014 Mitglied im Dachauer Stadtrat und setzte sich dort vor allem für die Kultur- und Jugendarbeit ein. Er war ein leidenschaftlicher "Vereinstyp" gewesen, wie Stephan erzählt, er spielte Theater und gab den Faschingsprinzen. In politischen Debatten verließ er auch einmal die Parteilinie, etwa bei der gleichgeschlechtlichen Ehe, die er befürwortete. "Er war ein freundlicher, aufgeschlossener und vorurteilsfreier Mensch, der auch Andersdenkende akzeptierte", erinnert sich die ehemalige CSU-Vorsitzende Gertrud Schmidt-Podolsky, deren Stellvertreter Trinkl drei Jahre lang gewesen war. "Ich habe nie wieder so eine verlässliche Partnerschaft erfahren wie mit dem Hubert", sagt sie.

Hubert Trinkl arbeitete lange in der Dachauer Sparkasse, zuletzt als Grafiker in der Marketing-Abteilung. Dort wuchs er den Kollegen mit seiner geselligen und kreativen Art ans Herz, wie seine frühere Kollegin Susanne Allers berichtet. "Er hat Harmonie in die Abteilung gebracht."

2013 machte sich der Junggeselle mit einer Werbeagentur selbständig, doch kurze Zeit später wurde Trinkl krank und die eigene Firma zur Belastung. Er erholte sich gesundheitlich und zog nach München, wo er einen "Neuanfang" versuchen wollte, so Tobias Stephan. Der Kontakt nach Dachau, das ihm laut Wegbegleitern zu eng geworden war, brach immer mehr ab.

Nach seinem Tod bleibt der Dachauer seinen Freunden und Bekannten als Mensch in Erinnerung, der sich mit seiner offenen Art für das Gemeinwohl engagierte und die Freuden des Lebens genoss.

© SZ vom 09.05.2020

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