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Nachruf:Trauer um Claudia Schreiner

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Die Karlsfelderin Claudia Schreiner ist verstorben. Die Umweltaktivistin fungierte viele Jahre lang unter anderem als Geschäftsführerin des Vereins Dachauer Moos.

(Foto: Toni Heigl)

Claudia Schreiner ist gestorben. Im Rahmen einer Gedenkminute erinnerte Bürgermeister Stefan Kolbe am Donnerstagabend in der Gemeinderatssitzung an die Umweltaktivistin. "30 Jahre lang war sie eine freundliche und engagierte Ansprechpartnerin", sagte er über die Rathausmitarbeiterin. In dieser Zeit hat sie einiges bewegt, sie hat etwa die Umweltbildung in den Schulen eingeführt und sich sehr für ein sauberes Moos eingesetzt. Und so fungierte Schreiner auch viele Jahre als Geschäftsführerin des Vereins Dachauer Moos. Von der Gründung 1995 bis 2008 prägte die 60-Jährige den Verein entscheidend und stellte wichtige Weichen für die Gegenwart, lobt der Vorsitzende Peter Felbermeier.

Mit einer Machbarkeitsstudie und einem Gewässerpflegeplan sowie zahlreichen Publikationen und Veranstaltungen rückte sie Bayerns größtes Baudenkmal, den Dachau-Schleißheimer-Kanal, nach Jahrhunderten des Dornröschenschlafes in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Die von ihr organisierte Restaurierung eines historischen Kanalabschnitts und die Präsentation des Kanalsystems mit 500 Blauen Stangen im Rahmen der Münchner Bundesgartenschau 2005 war eines der wichtigsten Ereignisse in der 25-jährigen Vereinsgeschichte. Unter ihrer Geschäftsführung wurde auch der Kalterbach an mehreren Abschnitten renaturiert. Bis heute gelten diese Abschnitte als "Best-Practice-Beispiel" von Artenhilfsmaßnahmen für die vom Aussterben bedrohte Helm-Azurjungfer. Damit wurde der Grundstein für zahlreiche Natur- und Artenschutzprojekten gelegt, die der Verein über die Jahre hinweg umsetzte. Mit der Umweltbildung und Naturpädagogik setzte Schreiner neue Schwerpunkte. Sie schmiedete mit dem damaligen Vorsitzenden Frist Nustede eine Allianz aus Gönnern und Ehrenamtlichen. So konnte 2003 das von Wolfgang Girstenbräu angeregte Umwelthaus am Obergrashof mit einer biologischen Kläranlage verwirklicht werden. Schreiners Arbeit war so erfolgreich, dass sich der Verein sogar über das ursprüngliche Gebiet bis in den Westen des Dachauer Mooses ausdehnen konnte. Die Vereinsmitglieder schätzten Schreiner besonders wegen ihrer fachlichen Kompetenz, ihrem freundlichen Wesen und ruhiger Hartnäckigkeit.

© SZ vom 22.05.2021 / cb
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