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MVV-Verbundraum:Bahn-Chefs fordern Nordring

Der Bürgerdialog zum Thema Nahverkehr stößt auf reges Interesse

Rund 70 Menschen wollten wissen, was der MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch sowie der S-Bahn München-Chef Heiko Büttner zum Thema Nahverkehr zu sagen haben und nahmen an einem Bürgerdialog im Dachauer Sparkassensaal teil. Zu Beginn informierten beide Geschäftsführer die Gäste über Herausforderungen und laufende Maßnahmen der S-Bahn sowie aktuelle Entwicklungen im MVV-Verbundraum, darunter die Tarifstrukturreform.

Da die Infrastruktur des S-Bahn-System im Großraum München seit den Siebzigern nur marginal verbessert worden sei, warben beide Experten für eine gewisse Akzeptanz hinsichtlich der hohen Störungsanfälligkeit, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Gründe würden unter anderem in der monozentralen Ausrichtung mit dem Nadelöhr "Stammstrecke" und veralteten Gleis- und Steuerungsanlagen liegen. Es sei aber auch eine starke Zunahme von sogenannten "externen Störungen" festzustellen, wie zum Beispiel durch Personen im Gleis.

Beide Geschäftsführer plädierten für einen massiven Infrastrukturausbau und einen damit verbundenen Umbruch in der hierfür zuständigen Bundes- und Landespolitik. Nur so ließe sich der jahrzehntelange Investitionsstau aufholen. Sie forderten neben der zweiten Stammstrecke auch die Aktivierung und Ertüchtigung des Süd- und Nordrings für den S-Bahn-Verkehr. Diese Maßnahmen seien für die Zukunft des Schienennahverkehres im weiterhin wachsenden Großraum notwendig, so Rosenbusch.

Anschließend meldeten sich einige Gäste zu Wort. Viele forderten eine bessere Zuverlässigkeit im S-Bahnbetrieb sowie Angebotsverbesserungen, etwa in Form eines durchgängigen 30-Minuten-Taktes auf der S2 nach Altomünster sowie eines durchgängigen 20-Minuten-Taktes auf der S2 nach Petershausen. Auch der Wünsche, den MVV- und S-Bahnbereich zu erweitern oder eine neue S-Bahnstrecke entlang der A 8 zu bauen, wurden geäußert. Außerdem diskutierte man über eine Seilbahnanbindung.

Landrat Stefan Löwl (CSU) sagte: "Die vorgebrachten Anliegen kann ich sehr gut nachvollziehen und spiegeln meine persönliche Meinung wieder. Wir brauchen dringend und zusätzlich zur zweiten Stammstrecke weitere Verbesserungen in der Schieneninfrastruktur." Hierfür müsse man vor allem in Berlin massiv werben und dürfe nicht lockerlassen. "Die S-Bahn ist und bleibt das zentrale Rückgrat unseres ÖPNV-Systems."

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