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Münchner Straße in Dachau:Weniger Unfälle an Kreuzung

Die neue Markierung in der Münchner Straße wurde lange kontrovers diskutiert. Nun zieht die Polizei ein erstes Fazit: Radfahrstreifen und Linksabbiegerspur haben sich gelohnt.

Normalerweise ist es ja Politikern vorbehalten, die gemeinhin bekannte 100-Tage-Bilanz nach ihrem Amtsantritt zu ziehen. In diesem einen besonderen Fall aber - der neuen Verkehrsregelung an der Kreuzung Münchner, Schiller- und Bahnhofstraße - hat das nun auch die Polizeiinspektion Dachau getan.

Die Polizei Dachau registrierte in den vergangenen 100 Tagen nur einen Unfall an der Kreuzung in der Münchner Straße - das ist rekordverdächtig.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Das Fazit von Polizeichef Thomas Rauscher ist eindeutig: "hohe Verkehrssicherheit und wenig Stau". In den vergangenen fünf Jahren haben sich ihm zufolge an der Kreuzung 110 Verkehrsunfälle mit 29 Verletzten und einem Toten ereignet. In den ersten 100 Tagen nach der Umgestaltung registrierte die Polizei hingegen lediglich einen Unfall ohne Verletzte. "Versteigert man sich in die sicherlich noch nicht ganz repräsentative Statistik, wäre dies ein Unfallrückgang um mehr als 80 Prozent", schreibt Rauscher.

Dass es anfangs Probleme mit der reinen Linksabbiegerspur und den rot markierten Streifen für Radfahrer gab, will er gar nicht verschweigen. "Etwas zähflüssig" sei es noch im November nach Fertigstellung der Maßnahme gewesen. Kleinere Verbesserungen im Verkehrsfluss seien mit einigen Änderungen an den Ampeln erzielt worden.

Der Durchbruch aber, so Rauscher, gelang erst Anfang Januar, als die neue Ampel-Software installiert wurde. Die Wartezeiten hätten sich mittlerweile "deutlich reduziert". Dies hätten die Busfahrer der Stadt- und MVV-Linien bestätigt, die die Kreuzung permanent passierten.

Einzelne Verkehrsteilnehmer hätten sich aber auch nach den ersten 100 Tagen nicht an die neue Regelung, speziell die separaten Linksabbiegerspuren, gewöhnt. Auch die Signalschaltungen mit wechselndem Abbiege- und Diagonal-Grün seien so manchem Fahrzeuglenker bisher verborgen geblieben.

Rauschers Tipp: "Hohe Verkehrssicherheit, klare Verkehrsbeziehungen, radfahrfördernde Schutzstreifen, sicheres Ein- und Ausparken und flüssiger Fahrverkehr mit weniger Stauungen - so mancher Kritiker muss wohl seine anfängliche Ungeduld revidieren und sollte bei zukünftigen Verkehrsmaßnahmen auch eine gewisse Karenzzeit bis zur optimalen Funktion gewähren."