Münchner SicherheitskonferenzLagergemeinschaft Dachau fordert AfD-Ausschluss

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Franziska Sessler und Christopher Vila sind die Vorsitzenden der Lagergemeinschaft Dachau. Die Vereiningung wurde einst von KZ-Überlebenden gegründet.
Franziska Sessler und Christopher Vila sind die Vorsitzenden der Lagergemeinschaft Dachau. Die Vereiningung wurde einst von KZ-Überlebenden gegründet. Robert Haas

Die Vorsitzenden der von ehemaligen KZ-Häftlingen gegründeten Vereinigung kritisieren die geplante Teilnahme von AfD-Politikern bei der Münchner Sicherheitskonferenz scharf. Gerade in der einstigen NS-„Hauptstadt der Bewegung“ dürfe es keine Bühne für die Partei geben.

Von Thomas Radlmaier, Dachau

Die Lagergemeinschaft Dachau hat die Teilnahme von AfD-Politikern an der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) scharf kritisiert. Christopher Vila und Franziska Sessler, die Vorsitzenden der Vereinigung, die einst von Überlebenden des Konzentrationslagers gegründet wurde, fordern die Veranstalter der MSC auf, die Einladung an die AfD-Politiker zurückzuziehen. „Eine Sicherheitskonferenz, die ihren Anspruch ernst nimmt, Frieden, Menschenrechte und eine regelbasierte internationale Ordnung zu stärken, darf denjenigen keine Bühne bieten, die diese Grundlagen von innen her aushöhlen wollen“, heißt es in einer Stellungnahme.

Die Lagergemeinschaft Dachau ist die Gemeinschaft ehemaliger KZ-Häftlinge, ihrer Familien und Unterstützer. Ihre Mitglieder sehen es als ihren Auftrag an, die Erinnerung an die Opfer, an Widerstand und Verfolgung wachzuhalten, vor neuen Formen von Faschismus, Antisemitismus und Rassismus zu warnen und demokratische Verantwortung zu stärken.

„Eine besondere historische und moralische Dimension“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die MSC am Freitag mit einer Grundsatzrede eröffnet. Die Konferenz dauert bis Sonntag. Nachdem die AfD in den vergangenen beiden Jahren nicht offiziell eingeladen war, nehmen nun wieder Abgeordnete der Partei an der Münchner Sicherheitskonferenz teil.

Führende AfD-Politiker verwendeten rechtsextreme Kampfbegriffe wie „Remigration“, relativierten die Verbrechen des Nationalsozialismus oder diffamierten die Erinnerung an die Opfer dieser Verbrechen als „Schuldkult“, so die beiden Vorsitzenden der Lagergemeinschaft. Eine Demokratie müsse solche Positionen vielleicht rechtlich aushalten. „Sie ist aber nicht verpflichtet, ihnen ein renommiertes internationales Forum, zusätzliche Aufmerksamkeit und symbolische Aufwertung zu verschaffen.“

Gerade in München, von den Nationalsozialisten einst als „Hauptstadt der Bewegung“ bezeichnet, und in unmittelbarer Nähe zur KZ-Gedenkstätte Dachau habe diese Frage „eine besondere historische und moralische Dimension“. Es gehe nicht darum, die Meinungsfreiheit einzuschränken, sondern darum, demokratische Grundsätze zu schützen: „die unteilbare Menschenwürde, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und die Ächtung jeder Form von Rassismus und Antisemitismus“.

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Erinnerungskultur
:„Wir wollen die Perspektive weiten“

Jeder kennt Dachau und Buchenwald als Tatorte für Verbrechen des Nationalsozialismus. Doch wer weiß schon von den einstigen KZ-Außenlagern Horgau oder Bäumenheim? Franziska Sessler und Christopher Vila sind die neuen Vorsitzenden der Lagergemeinschaft Dachau. Sie wollen dabei helfen, die Erinnerung auf dem Land zu erkämpfen.

SZ PlusInterview von Thomas Radlmaier

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