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München/Dachau:Europamedaille für Max Mannheimer

Verleihung der Bayerischen Europamedaillen

Europaministerin Beate Merk zeichnet Max Mannheimer aus.

(Foto: dpa)

Ministerin Beate Merk würdigt Verdienste zur Versöhnung.

Der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer ist am Mittwoch in München mit der bayerischen Europamedaille geehrt worden. "Sie haben in jungen Jahren während des nationalsozialistischen Terrors unsägliche Grausamkeit erfahren", sagte Europaministerin Beate Merk (CSU). "Sie haben so viel verloren und so sehr gelitten. Und trotz alledem arbeiten Sie für Versöhnung und Verständigung." Mannheimer berichtet in Vorträgen und Lesungen vor allem jungen Menschen von seinen Erlebnissen in den Konzentrationslagern in Auschwitz und Dachau. Der 95-Jährige halte dadurch die Erinnerung wach und mahne die junge Generation: "Die Vergangenheit darf sich nicht wiederholen", sagte Merk.

Sowohl Mannheimers Vater, seine Mutter, die Schwester und seine Ehefrau wurden von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager ermordet, weil sie Juden waren. Mannheimer gilt heute als einer der bedeutendsten Zeitzeugen der NS-Zeit in Bayern. Außer ihm wurden in München Persönlichkeiten wie die Ex-Skirennläuferin Maria Höfl-Riesch und der Kabarettist Christian Springer geehrt. Die Europamedaille wird nach Auskunft der Staatskanzlei seit 1990 an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Förderung des Europagedankens in Bayern und um Bayern in Europa verdient gemacht haben.

© SZ vom 07.05.2015 / gsl
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