bedeckt München
vgwortpixel

Modernes Gasthaus:Schönes neues Heim

Schön wird es, aber auch teuer: Die Gemeinde Pfaffenhofen an der Glonn beteiligt sich an den Kosten des neuen Schulzentrums in Odelzhausen.

(Foto: privat)

Bürgermeister Zech lobt das große Engagement des VfL Egenburg, dennoch muss auch die Gemeinde einiges investieren

Die größte Neuerung in diesem Jahr in Pfaffenhofen an der Glonn ist wohl das neue Vereinsheim des VfL Egenburg. Um das ausreichend zu würdigen, verlegte Rathauschef Helmut Zech kurzerhand die Bürgerversammlung in den Neubau. Bislang fand sie immer im ehemaligen Egenburger Gasthaus Staffler (nun Kolchida) statt. Heuer traf man sich jedoch in der "Glonntal Stub'n", dem vor zwei Monaten neu eröffneten Vereinslokal des VfL Egenburg. Es ist eine modern eingerichtete Gastwirtschaft mit einer bayerisch-griechischen Speisekarte und neuester Veranstaltungstechnik. Ideal für eine Versammlung, bei der aktuelle Zahlen präsentiert werden müssen und die Gemeindeentwicklung dargestellt werden soll. Zechs Folien waren auf großen Fernsehbildschirmen zu sehen.

Für viele Bürger, der rund 100 Versammlungsteilnehmer war es der erste Besuch in der VfL-Gaststätte. Gleich zu Beginn lobte Zech den Verein für seine Leistung. "Ihr habt hier eine Perle gebaut, in großen Teilen in Eigenleistung", sprach er den VfL-Vorsitzenden Robert Schneider an. Der Klub habe den unglaublichen hohen Betrag von 400 000 Euro aus eigenen Mitteln investiert. "Um einen Verein zu finden, der soviel eigenes Geld in sein Gebäude steckt, muss man weit laufen, vermutlich bis Hamburg", scherzte Zech. Insgesamt hat der Bau rund 1,2 Millionen Euro gekostet, die Bauzeit betrug zwei Jahre. Die Gemeinde hat den Verein mit einer Bürgschaft über 520 000 Euro sowie zwei Zuschüssen in einer Gesamthöhe von 570 000 Euro unterstützt.

Auch für eine Gemeinde ist die Summe nicht leicht zu schultern, aber Pfaffenhofen kann sich den Betrag leisten: Die Einnahmen aus der Einkommenssteuer sind in diesem Jahr kräftig gestiegen, auf gut 1,5 Millionen Euro. Nur zum Vergleich: Vor zehn Jahren lagen sie bei gerade einmal 800 000 Euro. Der Zuwachs bei der Einkommenssteuer korrespondiert mit dem Bevölkerungswachstum: Inzwischen haben 2262 Menschen ihren Haupt- oder Zweitwohnsitz im Gemeindegebiet, rund 400 mehr als noch im Jahr 2008. "Mehr wollen wir eigentlich nicht wachsen", betonte der Bürgermeister sicherheitshalber noch einmal.

Neben dem Vereinsheim hat Pfaffenhofen aber noch eine zweite große Baustelle, die noch nicht so weit gediehen ist, aber viel Geld kostet: das neuen Schulzentrum in Odelzhausen. Zech, der aus der Baubranche kommt, fungiert als Schulverbandsvorsitzender und betreut das Großprojekt für die öffentlichen Auftraggeber. Mitte Oktober fand auf dem Schulgelände das Richtfest für den Bauabschnitt zwei statt. Vom Frühjahr 2020 an, sollen dort dann Mittelschule und Realschule untergebracht werden.

Der Bauabschnitt eins für die Grundschule ist weitgehend fertiggestellt, wie Zech berichtete: "Die Schülerinnen und Schüler und die Lehrerschaft können voraussichtlich Ende Januar umziehen. Oder vielleicht auch eine Woche später." Zech lobte die lokalen Firmen: "Sie waren der große Anker! Ohne sie hätten wir niemals halbwegs im Zeitplan bleiben können." Einige der auswärtigen Großbetriebe hätten indes Personalprobleme gehabt, was zu Terminverzögerungen führte.

Ein Grund, warum Zech so ausführlich auf das neue Schulzentrum zu sprechen kam, hat mit den Finanzen zu tun, denn sie belasten die Gemeindekasse in erheblichem Maße. Nicht im eigentlichen Haushalt: Dessen Schuldenstand pendelte in den vergangenen Jahren zwischen drei und vier Millionen Euro ein. Der Großteil besteht aus sogenannten "rentierlichen Schulden", also Ausgaben für Investitionen, die wieder zu Einnahmen führen, wie etwa Kanalbaumaßnahmen, Photovoltaikanlagen oder auch das kommunale Fünffamilienhaus. Der Schulbau hingegen wird in einem gesonderten Haushalt verrechnet, für den Pfaffenhofen allerdings zu rund zwanzig Prozent gerade stehen muss. Dieser Betrag liegt heuer bei vier Millionen Euro und wird bis 2020 sogar auf 5,3 Millionen Euro ansteigen.

"Das tut uns natürlich schon weh", räumte Zech ein, "uns blieb aber nichts anderes übrig angesichts des katastrophalen Zustands der alten Schule." Insgesamt sei die finanzielle Lage der Gemeinde aber dennoch "sehr entspannt."

Nach dem Vortrag des Bürgermeisters wollte Dieter Stoll wissen, ob die Gemeinde wisse, wie groß ihr Nettoflächenverbrauch sei. Ihn beschäftigt es, dass immer mehr Flächen versiegelt werden und die Gemeinde sich immer weiter ausdehnt. Der Bürgermeister versprach, dass sich die Verwaltung daran machen werde, den Ist-Zustand versiegelter Fläche zu ermitteln. Anschließend könne man sich Gedanken machen, wie man weiter vorgehen wolle. "Wir bemühen uns aber jetzt schon, den Flächenverbrauch so klein wie möglich zu halten", hob Zech hervor. So versuche man schon seit einiger Zeit höhere Gebäude zu genehmigen und lege Wert auf Nachverdichtungen im Ort.

Weitere Fragen bezogen sich auf die Nutzung einiger Feldwege, das Beschneiden von Hecken oder auch auf das geplante neue Feuerwehrhaus. Zu letzterem merkte Helmut Zech an, dass der Landkreis Dachau eventuell ein eigenes Fahrzeug für die Unfälle auf der Autobahn zur Verfügung stellt. "Auf den Beschluss warten wir noch."