Mitten in der Region:Die Geste zählt

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Sich an den ersten Januartagen ein frohes neues Jahr zu wünschen ist völlig normal. Aber nach zwei Wochen oder gar am Ende des Monats - das wirkt dann schon etwas seltsam, oder?

Glosse von Daniel Limmer

Silvesterbräuche hatten es in den vergangenen Jahren nicht immer leicht. Erst ging es dem Bleigießen an den Kragen und jetzt den Raketen. Manche weniger umstrittene Traditionen bleiben jedoch weiter erhalten, und das wird sich - nur so eine Vermutung - auch so schnell nicht ändern. Neben dem Sketch-Klassiker "Dinner for One" ist das der Neujahrswunsch, ob mündlich, per Whatsapp-Nachricht oder ganz klassisch in einer Postkarte.

Streng genommen ist das auch gar kein reiner Silvesterbrauch. Ein frohes neues Jahr wünscht man sich ja auch - oder vor allem - noch an den Tagen danach. Den Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen. Immer dann, wenn man sich halt das erste Mal im neuen Jahr begegnet. Bis man irgendwann vor der Frage steht: Kann ich das jetzt eigentlich noch sagen? Das neue Jahr ist schließlich doch schon zwei Wochen alt.

Verboten ist es natürlich nie. Trotzdem finden viele, dass der Neujahrswunsch so etwas wie ein Verfallsdatum hat. So ist es laut Alexandra Sievers, Chefredakteurin von "Der große Knigge", eher in der ersten Woche des neuen Jahres üblich, sich zu beglückwünschen. Oliver Zschörner, zertifizierter Business-Knigge-Coach aus Holzminden, nennt in einem Interview mit der Neuen Westfälischen die ersten drei Wochen als Anhaltspunkt. Und die Freiburger Kommunikationstrainerin Elisabeth Bonneau findet es bis Mitte Januar angemessen. Letztere ist aber der generellen Auffassung: "Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig."

Und genau das ist wahrscheinlich der beste Ratschlag. Denn die Grenzen zwischen den Jahren lösen sich allmählich sowieso auf. Der Weihnachtsurlaub wird immer öfter auf den Januar verschoben, ebenso wie manche Weihnachtsfeiern. Und Neujahrsempfänge finden bis in den März statt. Außerdem sollte man folgendes immer bedenken: In erster Linie ist es nicht der Zeitpunkt, sondern die Geste, die zählt!

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