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Mitten in Dachau:Seid ihr noch ganz dicht?

Anders, als der Name vermuten lässt, sind Einsatzkräfte der Feuerwehr nicht nur bei Bränden im Einsatz. Damit die Feuerwehrler auch im Wasser bestens geschützt sind, muss die entsprechende Arbeitskleidung regelmäßig geprüft werden. Bei den derzeit heißen Temperaturen gibt es Schlimmeres

Kolumne von Jacqueline Lang

Wenn die Feuerwehr im Einsatz ist, dann ist die Lage häufig ernst. Gelegentlich geht es sogar um Leben und Tod. Deshalb ist es wichtig, ja im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig, dass die Arbeitskleidung regelmäßig überprüft wird. Immerhin kann eine Dienstuniform mit einem Loch im Falle eines Brands verheerende Folgen haben. Doch die Feuerwehr - und das vergessen viele vielleicht aufgrund des Namens - ist nicht nur im Einsatz, wenn es brennt. Hin und wieder kann es auch zu Einsätzen im kühlen Nass kommen, das Aufgabenspektrum der Feuerwehr ist schließlich vielseitig. Für Einsätze im Wasser bedarf es dann aber eben nicht brandfester Kleidung, sondern beispielsweise einer wasserdichten Wathose. Also die Dinger, die aussehen wie unförmige Latzhosen, deren Bund bis weit über den Bauchnabel reicht.

Um zu testen, ob besagte Hosen auch wirklich ihren Zweck erfüllen und die Kleidung darunter trocken halten, haben drei Dachauer Feuerwehrler den extremen Härtetest gemacht: Eine riesige, türkise Wanne haben sie bis obenhin mit Wasser gefüllt und haben sich dann wagemutig hineingestellt, so dass nur noch der Oberkörper herausschaut. "Damit wir im Einsatz keine bösen Überraschungen erleben, werden auch unsere Wathosen regelmäßig geprüft", schrieb die Dachauer Freiwillige Feuerwehr unter zwei Bildern von der Aktion, die sie auf ihrer Facebookseite postete.

Bei den derzeitigen Temperaturen fragt man sich beim Anblick dieser Bilder dann doch nicht ohne Neid, ob man tatsächlich den richtigen Beruf gewählt hat. Im eigenen Büro steht die Luft trotz geöffnetem Fenster, vor dem Feierabend ist an eine erfrischende Abkühlung kaum zu denken, es sei denn in Form einer Kugel Eis. An all die schwitzenden Büromenschen haben wohl auch die Feuerwehrmänner gedacht, als sie mit einem Zwinker-Smiley ergänzten: "Bei den heißen Temperaturen ein wirklich unangenehmer Job. Aber irgendwer muss ihn ja machen."

Doch auch wenn in diesem speziellen Fall also wohl viele gerne mit ihnen tauschen würden, so ist das wenn es darauf ankommt wohl nicht allzu häufig der Fall. Ein wenig Planschspaß sei den Einsatzkräften also mehr als vergönnt.

© SZ vom 29.07.2020
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