WohnungsmarktKarlsfelds Mieten explodieren

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Wohnen in Karlsfeld, direkt an der Grenze zur Landeshauptstadt München, ist in den vergangenen zwei Jahren im Schnitt elf Prozent teurer geworden.
Wohnen in Karlsfeld, direkt an der Grenze zur Landeshauptstadt München, ist in den vergangenen zwei Jahren im Schnitt elf Prozent teurer geworden. Niels P. Joergensen

Seit Jahren klettern die Mieten im Münchner Umland immer höher. In Karlsfeld und Dachau gehen die Preise besonders steil nach oben. Wie sehr, zeigt ein Blick in den aktuellen Mietspiegel.

Von Gregor Schiegl, Dachau

Die Mieten in Dachau und Karlsfeld steigen weiter – und sie steigen rasant. Das zeigt der neue qualifizierte Mietspiegel 2026, der am 1. Mai in beiden Kommunen in Kraft tritt. In der Großen Kreisstadt Dachau kletterte die durchschnittliche Kaltmiete binnen zwei Jahren um sieben Prozent auf 13 Euro pro Quadratmeter, in Karlsfeld sogar um elf Prozent auf 14,59 Euro. Damit stellte sie auch die Teuerungsraten benachbarter Kommunen weit in den Schatten: Fürstenfeldbruck und München legten bei den Mieten im selben Zeitraum jeweils nur um rund vier Prozent zu.

Erstellt wurde der qualifizierte Mietspiegel vom ALP Institut für Wohnen und Stadtentwicklung für die Stadt Dachau und die Gemeinde Karlsfeld. Um an die aktuellen Daten zum lokalen Mietmarkt zu kommen, wurden 4000 zufällig ausgewählte Mieterhaushalte und Vermieter angeschrieben, knapp 3000 davon in Dachau. Die Teilnahme ist verpflichtend. Wer Angaben verweigert, dem droht ein Bußgeld. Dennoch lieferten nur etwa Dreiviertel der Befragten Angaben, die für das Institut auch verwertbar waren.

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Der qualifizierte Mietspiegel dient vor allem dem Rechtsfrieden. Er liefert eine objektive Richtschnur, welche Mieten ortsüblich sind und inwieweit Erhöhungen als angemessen angesehen werden können. Aus Sicht von Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) hat sich der Mietspiegel „als verlässliches Instrument bewährt und zur Reduzierung von Streitfällen beigetragen“.  Auf der Homepage der Gemeinde Karlsfeld schreibt er: „Ich wünsche mir, dass er auch künftig einen sachlichen und respektvollen Umgang zwischen Mietern und Vermietern fördert.“

Die Interessenvertretungen der Mieter (Mieterverein Dachau) und Vermieter (Haus & Grund Stadt und Landkreis Dachau) wurden von Anfang an in den Arbeitskreis Mietspiegel einbezogen. Die Vorsitzenden beider Vereine haben dem qualifizierten Mietspiegel 2026  bereits zugestimmt. Am Dienstag vollzog diesen Schritt auch der Stadtrat. Von 1. Mai an soll der qualifizierte Mietspiegel für Dachau online einsehbar sein, in Karlsfeld steht er bereits auf der Seite.

Die Fortschreibung des qualifizierten Mietspiegels kostete insgesamt rund 37 000 Euro. Etwa 26 000 Euro trägt die Stadt Dachau, rund 11 000 die Gemeinde Karlsfeld. Die Lasten teilen sie sich im Verhältnis der Einwohnerzahlen. Die statistische Fortschreibung des Mietspiegels zum 1. April 2028 wurde laut Sitzungsvorlage noch nicht beauftragt.

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