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Mehr Müllverwertung:Herausforderung für Haushalte und Hersteller

Gelbe Tonne

Die Wertstoffentsorgung ist Angelegenheit der Kommunen. Im Landkreis Dachau gibt es dafür die gelben Tonnen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Nach neuem Verwertungsgesetz sollen mehr Abfälle recycelt und ökologisch sinnvolle Verpackungen verwendet werden

27 638 Tonnen Müll hat die Gesellschaft für Abfallentsorgung (GfA) allein im Landkreis Dachau im Jahr 2016 gesammelt. Vieles davon wird verbrannt, manches kann aber auch wiederverwertet werden. Diesen wichtigen Zweig der Abfallwirtschaft stärkt der Bund jetzt mit dem neuen Verwertungsgesetz. Ziel der im Jahr 2017 beschlossenen und seit Anfang des Jahres gültigen Regelung ist es, mehr Abfälle aus privaten Haushalten zu recyceln. Zudem sollen Hersteller dazu angehalten werden, ökologisch sinnvolle Verpackungsmaterialien zu verwenden.

Um diese Ansprüche umzusetzen, gibt es beispielsweise erhöhte Recyclingquoten, die das duale System erfüllen muss. Dieses Modell wird verpflichtend von Industrie und Handel finanziert, um Verpackungsmüll zu beseitigen. Jedes Unternehmen, das Verpackungsmaterialien verwendet, muss dafür Gebühren zahlen. Von 2022 an gilt für Glas, Aluminium, Eisenmetalle und Papier eine Quote von 90 Prozent. Auch für Kunststoffe gilt eine neue Quote, von 36 Prozent bis Ende 2018 soll sie auf 63 Prozent im Jahr 2022 ansteigen. Die Höhe der Lizenzentgelte, die Hersteller an das duale System zahlen, soll sich außerdem stärker an ökologischen Aspekten orientieren. "Damit hoffen wir, dass Produzenten und Handel langfristig auf umweltfreundlichere Verpackungen umsteigen", sagt Barbara Mühlbauer-Thalbi, Abfallberaterin im Landratsamt Dachau.

Für den Verbraucher gibt es von nun an mehr Orientierungshilfe in den Supermärkten. Der Einzelhandel ist jetzt verpflichtet, an den Getränkeregalen deutliche Kennzeichnungen von Ein- und Mehrwegflaschen vorzunehmen. Dem Verbraucher soll das die Möglichkeit geben, eine bewusstere Kaufentscheidung zu treffen. Zudem weitet das neue Verpackungsgesetz die Pfandpflicht auf Fruchtnektare mit Kohlensäure aus und unterstützt Mehrwegsysteme durch eine appellative Mehrwegquote von 70 Prozent.

Die Wertstoffentsorgung bleibt Angelegenheit der Kommunen. Im Landkreis Dachau gibt es dafür die gelbe Tonne. Da diese aber Teil des dualen Systems und damit von der Industrie finanziert ist, dürfen darin aktuell nur Verpackungen entsorgt werden. Das Entsorgungsunternehmen Remondis kontrolliert die Tonnen stichprobenartig - und leert sie gegebenenfalls nicht. Eine Wertstofftonne für alle Kunststoffe wird derzeit in Pilotprojekten getestet, ist aber nicht allgemein verfügbar. Kunststoffgegenstände, die kein Verpackungsmüll sind, müssen weiterhin über die Restmülltonne oder auf einem der Wertstoffhöfe entsorgt werden.

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