Die Gemeinde Schwabhausen hofft auf die Niederlassung eines Kinderarztes oder einer Kinderärztin im Gemeindebereich: In ihrer jüngsten Sitzung erklärten die Mitglieder des Gemeinderats einstimmig, wie sehr sie die Ansiedlung einer solchen Praxis in der Gemeinde begrüßen würden.
Möglich werden könnte die Realisierung dieses Wunsches durch eine Änderung des Bedarfsschlüssels für den Landkreis Dachau. Demnach dürfen sich zusätzlich zu vorhandenen Praxen drei neue kassenärztliche Kinderarztpraxen im Landkreis ansiedeln. Diese sollten möglichst außerhalb von Dachau und Karlsfeld angesiedelt werden, erklärte Bürgermeister Josef Baumgartner (FW) den Ratsmitgliedern in der Sitzung. Er habe bereits im Vorfeld bei der Kassenärztlichen Vereinigung "Interesse signalisiert", teilte Baumgartner den Ratsmitgliedern mit.
Schwabhausen würde, nach Überzeugung des Bürgermeisters eine Reihe guter Voraussetzungen für die Ansiedlung einer kinderärztlichen Praxis mitbringen. So würde die Zahl der Kinder, die im Gemeindebereich leben, allein schon ausreichen für eine gut gehende Praxis, sagt Baumgartner. Zu diesen Kindern aber müsse man auch solche aus Nachbargemeinden und dem weiteren Umland hinzurechnen, wo man ein entsprechendes ärztliches Angebot mit Sicherheit ebenfalls gerne annehmen würde. Dazu kommen günstige räumliche Voraussetzungen: Im Neubaukomplex in der Ortsmitte sind Räume für eine Arztpraxis vorhanden, und auch eine Apotheke wird in eines der neuen Gebäude einziehen. Darüber hinaus habe bereits eine Kinderärztin Interesse gezeigt, in Schwabhausen zu praktizieren.
Wie sehr man die Einrichtung einer Kinderarztpraxis im Ort begrüßen würde, zeigte die Reaktion des Gemeinderats. "Wir sollten alles tun, um die Zusage für Schwabhausen zu bekommen", sagte Martina Purkhardt (Freie Wähler), "es wäre ganz hervorragend, wenn sich das realisieren ließe". Die Kinderarztpraxen in Dachau seien überlastet, ebenso auch solche in München. Eine zusätzliche Praxis außerhalb der Zentren würde die Lage nach Purkhardts Überzeugung insgesamt entspannen.
Auch andere Ratsmitglieder unterstrichen, wie sehr sie sich neben der vorhandenen Allgemeinarztpraxis einen Kinderarzt oder eine Kinderärztin in der Gemeinde wünschen würden. So sprach etwa Dieter Blimmel (CSU) im Zusammenhang mit den freien Praxisräumen von einem "glücklichen Zufall", den zu nutzen sich anbiete.
Einen zusätzlichen Wunsch meldete Florian Scherf (CSU) an: den nach einer psychiatrischen Praxis für Kinder und Jugendliche. Sein Vorschlag wurde in den zuletzt einstimmig gefassten Beschluss mit aufgenommen, mit dem sich die Gemeinde der Kassenärztlichen Vereinigung empfehlen will. Diese nämlich wird die Entscheidung über die Niederlassung eines Kinderarztes mit Kassenzulassung in Schwabhausen treffen; die Gemeinde hat kein eigenes Mitspracherecht in der Sache.