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Markt Indersdorf:Rekordhaushalt trotz Corona

Statt auf die Bremse zu steigen, will Indersdorf Großprojekte realisieren

Das Gesamthaushaltsvolumen der Gemeinde Markt Indersdorf hat einen neuen Rekord erreicht: Mit 38 012 800 Euro ist es im Vergleich zum Vorjahr abermals um 4,1 Prozent gestiegen - und das trotz der Coronakrise, die auch die Marktgemeinde hart trifft. Vor allem im Vergleich zu anderen Gemeinden - auch im Landkreis Dachau - schätzt sich Bürgermeister Franz Obesser (CSU) glücklich darüber, dass es gelungen ist, noch Gelder vom Vermögenshaushalt in den Verwaltungshaushalt zu überführen. Allerdings sehe es natürlich im Vergleich zum Vorjahr und vor allem im Vergleich zum Jahr 2019 nicht mehr ganz so rosig aus. Die gesunkenen Schlüsselzuweisungen, ausbleibende Einkommens- und Gewerbesteuereinnahmen sowie eine gestiegene Kreisumlage schlagen auch im Markt Indersdorfer Haushalt mit insgesamt rund 2,6 Millionen Euro weniger zu Buche. Zugute kommt der Marktgemeinde zum einen, dass sie noch Rücklagen hat, zum anderen, dass große Investitionen wie etwa der Umbau des Marktplatzes bereits im vergangenen Jahr getätigt worden sind. Auch deshalb befinde man sich, so Obesser, in der glücklichen Lage, die freiwilligen Leistungen wie etwa Zuschüsse für Vereine nicht kürzen und die Steuersätze nicht anheben zu müssen.

Gleichwohl stehen aber auch 2021 weitere nicht minder kostspielige Großprojekte an. Zum einen etwa die Sanierung der Kläranlage Niederroth, zum anderen der kommunale Wohnungsbau sowie mehrere Straßenbaumaßnahmen. Die Frage, einige dieser Vorhaben aufzuschieben und auf bessere Zeiten zu hoffen, habe sich aber weder bei der Vorberatung des Haushalts im Hauptausschuss noch in der jüngsten Gemeinderatssitzung gestellt, so der Rathauschef. Einstimmig habe man sich dafür ausgesprochen, "nicht auf die Bremse zu steigen". Immerhin gelte es ja, dafür zu sorgen, dass die Gemeinde auch über die derzeitige Krise hinaus zukunftsfähig bleibe und dafür seinen Investitionen enorm wichtig. Allerdings stellt der Bürgermeister auch klar, dass man, sollte man im Laufe des Jahres feststellen, dass das Geld hinten und vorne nicht reiche, gegebenenfalls "nachsteuern" werde. Denn eines sei klar: Die Krise sei noch nicht ausgestanden und der finanzielle Schaden somit noch nicht eindeutig zu bemessen.

© SZ vom 03.02.2021 / jala
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