Ein Denkmal auf dem Markt Indersdorfer Bezirksfriedhof erinnert künftig an eine Gruppe fast vergessener Nazi-Opfer: 35 Kleinkinder polnischer und osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen, die im letzten Kriegsjahr 1944/1945 in einer Baracke hinter dem Kloster Indersdorf qualvoll zu Tode gekommen sind. An diesem Freitag, 21. November, um 11 Uhr wird die Gedenkskulptur feierlich eingeweiht.
Erst 80 Jahre nach ihrem Tod wurde die genaue Grablege dieser jüngsten Opfer des Nationalsozialismus im Landkreis Dachau bekannt – auf dem historischen Bezirksfriedhof an der Maroldstraße, links vom Eingang. Daher haben die Marktgemeinde und der Heimatverein Indersdorf die Bildhauerin Ingrid Gottschalk damit beauftragt, eine Gedenkskulptur für diese Kindergräber zu schaffen.
So erhebt sich nun genau dort, wo 33 Kleinkinder bestattet sind, ein Grabhügel mit einer Bronzeskulptur – ein verletzter Flügel, aus dem ganz zaghaft ein Kindergesicht hervorschaut. Bei der öffentlichen Einweihung dieser Gedenkskulptur werden der polnische Generalkonsul Rafal Wolski und der ukrainische Generalkonsul Yurii Nykytiuk sprechen; der ukrainische Kaplan Augustin Atamanyuk wird die Gedenkskulptur segnen. Eine zehnte Klasse des Gymnasiums Markt Indersdorf gestaltet die Veranstaltung musikalisch und eine elfte Klasse der erzbischöflichen Fachoberschule gedenkt der verstorbenen Kinder individuell.

