Linie A Ein Kraftakt

Die Arbeiten für den Ausbau der Linie A beginnen Ende April und dauern sieben Monate. Während dieser Zeit pendeln Busse zwischen Dachau und Altomünster. Auch die Autofahrer müssen mit Behinderungen und Stau rechnen.

Von Julian Erbersdobler

Ende April beginnen die Ausbauarbeiten der Linie A.

(Foto: © joergensen.com)

Es kommt Bewegung in das Jahrhundertprojekt Linie A. Doch bevor die Fahrgäste mit der S-Bahn schneller zwischen Dachau und Altomünster pendeln können, müssen sie erst einmal Geduld aufbringen. Wegen der Elektrifizierung wird zwischen 28. April und 16. November der gesamte Streckenabschnitt von Dachau bis Altomünster für den Zugverkehr komplett gesperrt sein. Während dieser Zeit organisiert die S-Bahn München in Zusammenarbeit mit der Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) einen Schienenersatzverkehr (SEV).

In der knapp siebenmonatigen Phase sollen die notwendigen Voraussetzungen für die neue S2 von Dachau nach Altomünster geschaffen werden, wie der Projektleiter Ingo Laberer am Dienstag in einem Pressegespräch erklärte. "Die Bauarbeiten im Bereich der Linie A sind sehr umfangreich", so der Projektleiter. Neben den notwendigen Arbeiten zur Elektrifizierung sollen Streckenabschnitte zweigleisig ausgebaut, Leit- und Sicherungstechnik erneuert und Bahnhöfe umgebaut werden. "Außerdem stehen Umbauarbeiten an 31 Bahnübergängen, zwei Straßenüber- und drei -unterführungen an", sagt Laberer. Letztgenannte Arbeiten werden auch die Autofahrer beeinträchtigen. Laut Projektleiter wird an Straßensperrungen kein Weg vorbeiführen. "Die Umleitungen müssen die Verkehrsteilnehmer in Kauf nehmen."

Um den Personenverkehr trotz der Sperrung der Linie A zwischen Dachau und Altomünster zu ermöglichen, hat die Deutsche Bahn gemeinsam mit dem RVO ein Schienenersatzkonzept erarbeitet. Ein Bus wird die übliche Route zwischen Dachau und Altomünster abfahren und alle Stationen bedienen. "Die Fahrzeit beträgt etwa 56 Minuten", sagt der Geschäftsleiter der S-Bahn München, Bernhard Weisser. Zudem wird es einen Schnellbus geben, der Altomünster und Dachau in nur 34 Minuten miteinander verbindet. Dieser verzichtet auf Zwischenstopps in Bachern, Niederroth, Markt Indersdorf und Arnbach. Insgesamt rechnet die Bahn in der Sperrzeit mit etwa 50 000 zusätzlichen Busfahrten, um Personenverkehr im gesperrten Streckenabschnitt zu gewährleisten. Bernhard Weisser spricht daher von einem "Kraftakt". Der Fahrkartenverkauf und die Fahrkartenentwertung soll ebenfalls an den Haltestellen des Schienenersatzverkehrs stattfinden.

Wegen Bauarbeiten werden die Bahnübergänge in Bachern und Schwabhausen in den Pfingstferien gesperrt. Die SEV-Busse fahren die Ersatzhaltestelle in Bachern daher zwischen 10. und 15. Juni nicht an. Aus diesem Grund wird ein Busshuttle mit mehreren kleinen Bussen eingerichtet, der direkt zwischen Dachau Bahnhof und Schwabhausen verkehrt. In Schwabhausen angekommen, können die Fahrgäste dann in den regulären SEV-Bus umsteigen. Am Dachauer Bahnhof lässt sich dann wieder die S2 nehmen.

Die Haltestelle in Schwabhausen kann vom 10. bis zum 21. Juni und vom 14. bis zum 20. Juli nicht von den SEV-Bussen angefahren werden. Dafür wird es einen weiteren Haltepunkt in Stetten geben. Ab Schwabhausen steht den Fahrgästen ein zusätzlicher Busshuttle zur Verfügung. Dieser pendelt zwischen Schwabhausen und Dachau Bahnhof. In Stetten ermöglicht der Bus einen Umstieg auf den regulären SEV Richtung Altomünster.

Wegen der Bauarbeiten wird auch die SEV-Haltestelle für die Station Dachau Stadt verlegt. Vom 14. Juli bis 1. August und vom 4. bis 10. August zieht die Haltestelle um 300 Meter an das Zwingereck um. In dieser Zeit verkehrt der SEV-Bus auf einer veränderten Route durch Dachau. Gelbe SEV-Hinweistafeln kennzeichnen diese Haltestellenverlegungen ebenso wie die regulären Haltestellen deutlich sichtbar. Sollte es dennoch zu Orientierungsschwierigkeiten kommen, können sich Fahrgäste vorab über die App "München Navigator" der S-Bahn München über Abfahrtszeiten und die Standorte der SEV-Haltestellen informieren. "Außerdem werden mehr als 12 000 Flyer bereitgestellt", kündigt Weisser an. Bei persönlichem Gesprächsbedarf steht der Kundendialog der S-Bahn München Fahrgästen unter Telefon 089/20 35 50 00 zur Seite.

Nach der Sperrzeit zwischen dem 28. April und dem 16. November soll die S-Bahn mit Elektrotriebzügen zunächst nach einem Übergangsfahrplan auf der neu elektrifizierten Strecke fahren. Mit dem geplanten Fahrplanwechsel im Dezember wird die heutige Line A dann in die S-Bahn Linie S2 integriert. Damit ist Altomünster stündlich an das Zentrum von München angebunden. In der Hauptverkehrszeit ermöglichen zusätzliche Züge zwischen Dachau und Altomünster einen 30-Minuten-Takt. Albert Herbst vom Landratsamt spricht schon jetzt von einem "Meilenstein".