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Linie A:Die Bahn kann bauen

Das Gezerre hat ein Ende: Die Eigentümer von Grundstücken an der Linie A lenken ein.

Der "Altoblitz" bei Erdweg.

(Foto: DAH)

Das Dachauer Landratsamt gibt Entwarnung: Der Spatenstich für den Ausbau und die Elektrifizierung der Linie A wird wohl wie geplant am 28. April über die Bühne gehen. Wie Alfred Herbst, Sachgebietsleiter Kreiseinrichtungen, jetzt mitteilt, sind inzwischen fast alle Grundstücksverhandlungen abgeschlossen. 39 Eigentümer von Grundstücken an der Linie A wurden sich mit der Bahn nicht über die Preise einig. Die Bahn reichte deshalb Enteignungsanträge beim Landratsamt ein. Nach teilweise schwierigen und langwierigen mündlichen Verhandlungen haben sich die Beteiligten in neun Fällen geeinigt. Von den übrigen 30 Enteignungsanträgen zog die Bahn wieder 27 zurück, weil sich Bahn und Eigentümer noch vor einer mündlichen Verhandlung einigten. Drei Verfahren sind formal noch beim Landratsamt anhängig, behindern aber nicht den Baubeginn. Die Einigungen beinhalten stets die Klausel, dass der Eigentümer der Bahn sofort Bauerlaubnis erteilt.

Damit wurde das Besitzeinweisungsverfahren in nahezu allen Fällen innerhalb von vier Wochen abgeschlossen. Dabei wurde kein einziger Enteignungsbeschluss nötig. Ein solches Verfahren dauert normalerweise sechs bis zehn Wochen. Die Bahn hat nun zwei Wochen Zeit, Bäume und Sträucher vor Beginn der Vegetationsperiode (1. März) auf den betroffenen Grundstücken zu roden. Wie das Landratsamt weiter mitteilt, muss die Untere Naturschutzbehörde deshalb keine Maßnahmen mehr ergreifen, um das Nisten und Brüten von Vögeln zu verhindern. Hätten sich die Grundstücksverhandlungen noch länger hingezogen, wäre der geplante Baubeginn möglicherweise ins Wasser gefallen. Das Naturschutzgesetz hätte dann eine Rodung verhindert.

Der Zeitplan für den Ausbau der Linie A ist ohnehin sehr eng gesteckt. Verlaufen alle Baumaßnahmen reibungslos, soll die neue Strecke Ende Dezember zum Fahrplanwechsel 2014 in Betrieb gehen. Die Bauarbeiten sollen durchgehend bis Ende des Jahres laufen. Die Strecke wird in dieser Zeit komplett gesperrt. Das Landratsamt setzt für die Beförderung der Fahrgäste Busse ein.

© SZ vom 18.02.2014
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