Lederhosen-Express:Drink and Drive

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Lederhosen Express Rikscha Team

Michael Thieme (17), Tobias Lobner (17) und Stefan Fröhlich (17) stimmen sich während der Rikschafahrt zum Volksfest bei Bier und Musik ein.

(Foto: Nils P. Jørgensen)

Frank Ehrhardt-Gudra chauffiert Volksfestgäste in der Rikscha - auch mit Bierflasche. Wenn sein Freiluft-Taxi gut angenommen wird, soll der Betrieb weitergehen.

Von Sven Roeder, Dachau

Drauf steht Lederhosen-Express und drin sitzen die passend gekleideten Burschen. Der Rikscha Fahrdienst, der auf dem Dachauer Volksfest angeboten wird, ist allerdings nicht Teil des in München ansässigen Unternehmens, von dem stammt nur die E-Rikscha. Betrieben wird der Fahrdienst vom Dachauer Frank Ehrhardt-Gudra. Der 43-Jährige ist eigentlich Verwaltungsangestellter beim Bundesfinanzhof in München. Als Nebenerwerb fährt er jedoch gelegentlich Rikscha, vor allem in München. Für die Dauer des Dachauer Volksfests hat er sich jedoch entschlossen, seinen Fahrdienst auch in seinem Wohnort anzubieten und fährt Kunden bei traditionell bayrischer Musik auf Wunsch zum Volksfest oder wieder nach Hause.

Am Wochenende ist er von etwa 12 Uhr an bis in die Nacht hinein unterwegs. Die Fahrt wird nach einem Minutentarif abgerechnet und kostet bis 20 Uhr 70 Cent pro Minute, nach 20 Uhr dann 90 Cent. Zusätzlich bietet er für einen Festpreis von 20 Euro für bis zu zwei Personen eine Fahrt durch die Altstadt bis zum Schloss an. Dazu gibt es dann ein paar Infos entlang der Strecke.

Die Passagiere sind zufrieden, die Autofahrer ärgern sich

Angefangen hat Ehrhardt-Gudra damit im Jahr 2006 in Berlin. Dort hat er die Rikschafahrer gesehen und wollte es auch einmal ausprobieren. "Es ist einfach ein anderes Gefühl, eine andere Art zu reisen und zu fahren. Man ist im Freien und kann die frische Luft genießen", sagt er. Außerdem ist es im Gegensatz zu anderen öffentlichen Transportmitteln erlaubt, während der Rikschafahrt Getränke mitzunehmen und zu sich zu führen. Auch die Fahrgäste erscheinen zufrieden. "Man wird mit der Musik aufs Volksfest eingestimmt und es ist mal was anderes, mit der Rikscha im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs zu sein", sagt Tobias Lobner. Nur die Autofahrer sind offenbar nicht ganz so erfreut über die Rikscha und drängeln sich an ihr vorbei. Das ändert laut den drei Burschen aber nichts am Fahrvergnügen. Und als sie aussteigen, steigt auch prompt die nächste Kundin in die Rikscha ein.

"Ich will die Gelegenheit nutzen und schauen, wie das Angebot von den Dachauern wahrgenommen wird", sagte Ehrhardt-Gudra. Danach wolle er Bilanz ziehen und überlegen, seinen Rikscha-Express dauerhaft in Dachau anzubieten. Bisher werde das Angebot gut wahrgenommen, nur die Stadtrundfahrt laufe noch nicht so recht an.

Bis einschließlich Montag, 22. August, ist der 43-Jährige in der Taxi-Haltezone in der Ludwig-Thoma-Straße oder am Dachauer Bahnhof anzutreffen, es sei denn, er ist gerade auf Tour. Auch bei Regen, denn die Rikscha ist dank einer durchsichtigen Plane wasserfest.

Reservierungen sind telefonisch unter 0176/41 69 31 39 oder per Mail unter rikscha-express-dachau@e.mail.de möglich.

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