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Landratsamt Dachau:Wegweiser zur Integration

Neubürgerpass

Bildungskoordinator Dardan Kolić (li.) und Landrat Stefan Löwl (CSU) präsentieren den Bildungspass, der Neubürgern Orientierung gibt.

(Foto: oh)

Das Landratsamt Dachau hat einen Bildungs- und Beratungspass für die Neubürger entwickelt. Er hilft Ausländern, sich in den Einrichtungen zurecht zu finden, und gibt einen Überblick über die Herausforderungen

Auch das fördert die Integration: Das Landratsamt Dachau hat einen "Bildungs- und Beratungspass" für neue Bürgerinnen und Bürger entwickelt und herausgegeben. Von Montag, 16. September, an gibt es diese Broschüre und Dokumentensammlung, die als Wegweiser für neu zugewanderte Menschen aus dem Ausland dient. Erhalten können ihn alle Neubürger vom 16. Lebensjahr an, auch solche, die bisher in Deutschland weniger als sechs Jahre gewohnt haben. Bildung habe eine Schlüsselfunktion für die Integration, erklärt Landrat Stefan Löwl (CSU).

Der Pass enthält Informationen über alle relevanten Bildungs- und Beratungsangebote sowie eine Liste mit regionalen Anlaufstellen im Landkreis Dachau. "Dies ist bei der Ankunft in Deutschland von großer Bedeutung für die erfolgreiche Integration", sagt Löwl. Doch er bietet den Nutzern noch mehr Vorteile: In dem Bildungs- und Beratungspass können alle erbrachten Leistungen und Teilnahmen in den Bereichen Migration- oder Asylberatung, Deutschkurse, schulische Ausbildung, ausländische Qualifikationen und deren Anerkennung, Praktika, Qualifizierung und Weiterbildung sowie Ehrenamt dokumentiert werden.

Die gebündelten Informationen schaffen sowohl für Betriebe als auch für Bildungs- und Beratungseinrichtungen mehr Transparenz. Auf einen Blick erfahren sie, was die Person bereits gemacht hat, und was als nächstes ansteht, um ihr effektive weitere Hilfe zu geben. Auch für die Zugewanderten selbst bedeutet der Pass mehr Transparenz und ist ein wichtiges Integrationshilfsmittel. Er dient als erste Orientierung, wie Dardan Kolić erklärt. Er ist der Bildungskoordinator für die neuen Landkreisbürger und für den Bildungs- und Beratungspass verantwortlich. Er erinnert sich an die Zeit, als er vor sechs Jahren von Montenegro für ein Studium nach Deutschland gekommen ist: "Auch, wenn meine Deutschkenntnisse bei meiner Ankunft bereits auf einem sehr guten Niveau lagen, hat mir der Gesamtüberblick über die Angebote gefehlt. Vieles habe ich durch Zufall oder viel zu spät erfahren." Einzelne oder Familien, die mit geringen Deutschkenntnissen kommen, fällt das viel schwerer. "Vieles ist neu, vieles ist anders und deswegen ist die Transparenz essenziell", meint Kolić. Die aufgelisteten Anlaufstellen, wie die Migrationsberatung und die Sprachkursträger, bieten Hilfestellung.

Das es daran mangelte, wurde von den Experten rasch festgestellt. "Der Bedarf nach mehr Transparenz kristallisierte sich bei den Austauschtreffen mit den Beratungs- und Bildungseinrichtungen, dem Jobcenter, der Bundesagentur für Arbeit, den Vertretern der Asyl-Helferkreise und vielen anderen Akteuren heraus", sagt Kolić. Nach einigen Recherchen habe man sich für den Pass entschieden - ein Angebot, das es auch schon in anderen Landkreisen in Bayern gibt. Im intensiven Austausch vor allem mit den Landkreisen Landsberg am Lech und Donau-Ries wurde der Pass dann erstellt. Deren Erfahrungen und Struktur wurde zum größten Teil übernommen und an den spezifischen Bedarf im Landkreis Dachau angepasst. "Der Zuspruch und die Unterstützung waren sehr groß", lobt Wolfgang Reichelt, Medienbeauftragter des Landratsamtes.

Auch die Gemeinden im Landkreis machen mit. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Ausgabe des Passes, da neben der Ausländerbehörde die Einwohnermeldeämter in den 17 Gemein den Pass gleich bei der Anmeldung aushändigen können. "Damit wird sichergestellt, dass jeder Neuzugewanderte bei der Ankunft im Landkreis einen Bildungs- und Beratungspass erhält", sagt Reichelt.

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