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KZ-Gedenkstätte Dachau:Von Zeitzeugen lernen

Versöhnungskirche bietet Führungen und Vorträge an

Lernen, gedenken, erinnern - das steht im Mittelpunkt der Führungen, welche die evangelische Versöhnungskirche an der KZ-Gedenkstätte Dachau Besuchern anbietet. Das Programm von September 2019 bis Februar 2020 sieht auch wieder Begegnungen mit Zeitzeugen vor. Die Versöhnungskirche lädt täglich von 9 bis 17 Uhr zu Stille und Einkehr ein. Der Gesprächs- und Ausstellungsraum ist von Montag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr sowie am Sonntag im Anschluss an den Gottesdienst von 12 bis 13 Uhr geöffnet. Bei den Führungen stehen immer Schicksale von KZ-Häftlingen im Mittelpunkt: Namen statt Nummern. Wer sich intensiver mit einer Lebensgeschichte beschäftigen will, ist eingeladen, am Lesetisch im Gesprächsraum im "Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau" zu blättern und sich an diesem Projekt selbst zu beteiligen. Allgemeine Informationen sind unter www.kz-gedenkstaette-dachau.de zu finden. Mitarbeiter der Versöhnungskirche begleiten Gruppen und Schulklassen während der Öffnungszeiten der Gedenkstätte von 9 Uhr bis 17 Uhr, dienstags erst ab 11 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr. Montags gibt es keine Führungen. Die kostenlosen Führungen dauern zweieinhalb bis drei Stunden. Auf Wunsch werden Begegnungen mit Zeitzeugen vermittelt.

Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau, 2015

Mitarbeiter der Versöhnungskirche begleiten Besucher der KZ-Gedenkstätte bei den Führungen.

(Foto: Toni Heigl)

Mehr als 40 700 polnische Frauen und Männer wurden in das KZ Dachau verschleppt. Zwei Wochen nach dem deutschen Überfall auf Polen traf am 16. September 1939 der erste Transport mit 25 Männern im KZ Dachau ein. Gemeinsam mit polnischen Freunden erinnert die Gedenkstätte zum 80. Jahrestag des ersten Transportes an die Schicksale dieser Menschen. Dabei erklingen Musikstücke von verfolgten polnischen Komponisten und Melodien, die den Häftlingen im KZ Dachau Mut gemacht haben. Neben der KZ-Gedenkstätte Dachau bieten andere historische Orte die Möglichkeit, Spuren der Vergangenheit zu entdecken. Dazu gehören der Fliegerhorst in Oberschleißheim, der Alte Israelitische Friedhof in München, die "Stolpersteine" in Dachau oder die Christuskirche in München. Neben den Orten sind es vor allem die Menschen, die im Programm der Versöhnungskirche im Mittelpunkt stehen. Ernst Grube, Walter Joelsen und Hilde Grünberg werden als Zeitzeugen ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Einsichten teilen. Mark und Paul Wallace, Enkel des im KZ Auschwitz ermordeten Dachauer Ehepaares Wallach, werden ihre Familiengeschichte erzählen.

Die Versöhnungskirche lädt zu Gottesdiensten, aber auch zu Stille und Einkehr ein.

(Foto: Toni Heigl)

Am Sonntag, 15. September, findet in der Versöhnungskirche um 16 Uhr ein Gedenkkonzert zum 80. Jahrestag des ersten Transports polnischer Häftlinge zum KZ Dachau statt. Zum Gedenkkonzert kommt aus Polen der Geiger Adam Bałdych. Andrzej Osiak, Generalkonsul der Republik Polen in München, spricht ein Grußwort. Am Mittwoch, 9. Oktober, findet in der Versöhnungskirche um 19.30 Uhr ein Vortrag statt, in dem die Konzentrationslager Sachsenhausen und Dachau verglichen werden. Die Historikerin Andrea Riedle, Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau, geht in ihrem Vortrag auf die Sozialstruktur und Karrierewege von Tätern im KZ-System ein und beleuchtet die Personalpolitik der SS-Führung. Am Samstag, 19. Oktober, findet in der Versöhnungskirche von 9.30 bis 17 Uhr ein Seminartag zum Thema 75 Jahre Befreiung des KZ Dachau und seiner Außenlager statt. Mit dem Seminartag für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in Pfarreien und Kirchengemeinden will das ökumenische Team an der KZ-Gedenkstätte Dachau dazu ermutigen, Erinnerungsarbeit in Gemeinden, Schulen und Bildungseinrichtungen zu gestalten. Weitere Informationen und Anmeldung bis spätestens 11. Oktober an info@versoehnungskirche-dachau.de, Telefon 081 31 / 136 44.

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