KZ-Gedenkstätte Dachau:Papst spricht ehemaligen Dachauer KZ-Häftling heilig

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KZ-Gedenkstätte Dachau: Karmelit, Journalist, Mystiker - und bald der erste Heilige des KZ Dachau: Titus Brandsma.

Karmelit, Journalist, Mystiker - und bald der erste Heilige des KZ Dachau: Titus Brandsma.

(Foto: imago stock&people/United Archives International)

Der niederländische Karmelit Pater Titus Brandsma kämpfte gegen die Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie.

Der niederländische Karmelit Pater Titus Brandsma wird an diesem Sonntag, 15. Mai, zusammen mit neun anderen Männern und Frauen von Papst Franziskus in Rom heiliggesprochen.

Der 1881 im niederländischen Friesland geborene Brandsma war Philosoph sowie römisch-katholischer Theologe und Ordensbruder bei den Karmelitern. Als Publizist und Ratgeber war er in mehr als 30 katholischen Zeitungen in den Niederlanden engagiert und kritisierte früh und offen den in Deutschland herrschenden Nationalsozialismus. Er kämpfte gegen die Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie und setzte sich für die Pressefreiheit ein. Besonderen Mut bewies er, als er die Anweisung der niederländischen Bischöfe, keine NS-Propaganda in den katholischen Zeitungen abzudrucken, persönlich den Redakteuren überbrachte. Als Folge wurde er im Januar 1942 als "rotgesinnter politischer Häftling" in verschiedene Gefängnisse eingewiesen. Sein Leidensweg endete 1942 im Konzentrationslager Dachau, wo er am 26. Juli mit einer Giftspritze ermordet wurde. Mit seiner ruhigen, freundlichen und gelassenen Art provozierte Pater Titus seine Bewacher und musste in der Folge große Brutalität erleiden. Seinen Glauben verlor er bis zuletzt nie, betete für seine Peiniger und war seinen Mithäftlingen immer eine Stütze.

Insgesamt 2796 Geistliche litten im KZ Dachau. Darunter waren 2652 katholische Geistliche; von ihnen starben etwa 1800. Die Katholische Kirche hat bisher 57 von ihnen wegen ihres besonderen Lebens- und Glaubenszeugnisses zu Seligen erklärt. Um die Erinnerung an sie im Bewusstsein zu halten und mit ihrem Vorbild die Gläubigen zu ermutigen, wurde der 12. Juni im Diözesankalender vom Erzbistum München Freising als Gedenktag für "die seligen Märtyrer von Dachau" aufgenommen.

Bereits im Jahr 1985 sprach Papst Johannes Paul II. Titus Brandsma als "Märtyrer für den Glauben" selig. Damit war er der erste seliggesprochene Märtyrer des Konzentrationslagers Dachau. 36 Jahre später, am 25. November 2021, hat Papst Franziskus ein Wunder anerkannt, das der Fürsprache Brandsmas zugeschrieben wird; eine Voraussetzung für die Heiligsprechung, die nun am 15. Mai 2022 erfolgt.

Im Zuge der geplanten umfassenden Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Dachau wird auch das Thema der sogenannten "Priesterbaracken" weiter erforscht. Die Ergebnisse sollen dann in die neue Dauerausstellung integriert werden. In diesem Rahmen wird die Geschichte des KZ Dachau als Sammellager für Geistliche als gesondertes Thema in den Fokus genommen.

Die bewegende Biografie Titus Brandsmas wird, verbunden mit Zeugnissen von Zeitgenossen und Zitaten aus eigenen Schriften, im Karmel Kloster um 9 Uhr beim sonntäglichen Gottesdienst vorgestellt. Am Gedenktag für "die Seligen Märtyrer von Dachau", am 12. Juni, findet außerdem ein öffentlicher Gedenkgottesdienst in der Todesangst-Christi-Kapelle auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte in Dachau statt in dem auch Brandsmas gedacht wird.

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