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KZ-Gedenkstätte:Gottesdienst ohne Abendmahl

75. Jahrestag des Kriegsendes wird in der Kirche mit Abstand gefeiert

Acht Wochen lang blieben die Türen der Evangelischen Versöhnungskriche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte aufgrund der Corona-Pandemie verschlossen. Nun lädt Pfarrer Björn Mensing am Sonntag, 10. Mai, um 11 Uhr erstmals wieder zu einem öffentlichen Gottesdienst, wenn auch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Sollte die KZ-Gedenkstätte am Sonntag noch für die Öffentlichkeit geschlossen sein, ist der Zugang für die Gottesdienstbesucher nur über den Innenhof des Klosters Karmel möglich, Alte Römerstraße 91. Das weitere Gedenkstättengelände darf in diesem Fall nicht betreten werden. Für den Gottesdienst gelten besondere Regeln zur Infektionsprophylaxe. Die Besucher müssen im Gottesdienst einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstände einhalten. Der Gesang ist etwas reduziert, Abendmahl und Kirchenkaffee entfallen. Sollten mehr Besucher kommen, als unter den Abstandsregeln in den Kirchenraum dürfen, wird der Gottesdienst in den Innenhof und den Gesprächsraum übertragen. Der Gottesdienst dauert höchstens eine Stunde.

Den ökumenischen Gottesdienst zum 75. Jahrestag des Kriegsendes in Europa gestalten Helmut Ruhwandl und Pastoralreferent Ludwig Schmidinger von der Katholischen Seelsorge an der Gedenkstätte, wie es in einer Pressemitteilung heißt. An der sanierten Orgel begleitet Franz Werner den Gemeindegesang. Helmut Ruhlwandl, am 21. März 1940 in München geboren, hat selbst frühe Kindheitserinnerungen an das Kriegsende 1945. Der promovierte evangelische Theologe war von 1993 bis 2000 Münchner Stadtdekan und Vorsitzender des internationalen Kuratoriums der Versöhnungskirche. Während des Gottesdienstes liest Kirchenrat Björn Mensing auch einige der Reaktionen auf die ökumenische Andacht zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau vor. Dankbare Rückmeldungen auf das in deutschsprachiger und englischsprachiger Fassung aufgezeichnete Gedenken (www.bayern-evangelisch.de/75J.BefreiungDachau) hätten ihn bisher von Familien von Dachau-Häftlingen aus Deutschland, der damaligen Tschechoslowakei, Polen, den Niederlanden, Frankreich, der Ukraine, Ungarn und Rumänien und von der Familie eines Dachau-Befreiers aus den USA und aus Großbritannien erreicht, so Mensing. Insgesamt gab es vom 29. April bis zum 4. Mai etwa 1600 Aufrufe. Die Videos, jeweils mit einer Aufzeichnung der gesamten Andacht (circa 25 Minuten) und einer Zusammenfassung (circa 4 Minuten), sowie Dateien mit allen Texten der Andacht bleiben weiterhin verfügbar.

© SZ vom 06.05.2020 / SZ

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