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KZ-Gedenkstätte Dachau:Das Schweigen der Christen

Pastor Martin Niemöller posthum in den USA geehrt; Pastor Martin Niemöller.

Pastor Martin Niemöller.

(Foto: Roland Witschel/dpa)

Gottesdienst zum 75. Jahrestag der Stuttgarter Schulderklärung

In der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau beginnt an diesem Sonntag, 18. Oktober, um 11 Uhr der Gottesdienst zum 75. Jahrestag der Stuttgarter Schulderklärung. Die Leitung der Evangelischen Kirche in Deutschland gab diese Erklärung am 18./19. Oktober 1945 in Stuttgart ab. Bei der Entstehung der Stuttgarter Erklärung spielte Martin Niemöller, Überlebender des Konzentrationslagers Dachau, eine wesentliche Rolle. Er sorgte dafür, dass einer der Schlüsselsätze in den Text kam: "Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden." Der evangelische Theologe, Mitbegründer der Bekennenden Kirche und seit 1937 in politischer Haft - von 1941 bis 1945 im KZ Dachau - bekannte nach Kriegsende mehrfach, dass er vor 1933 die NSDAP gewählt und in den ersten Jahren nach deren Machtübernahme nicht gegen die Verbrechen protestiert hatte. Für Niemöllers Schuldbekenntnisse war ein Besuch im ehemaligen KZ Dachau im Herbst 1945 von zentraler Bedeutung.

Im Rahmen des Gottesdienstes wird Kirchenrat Björn Mensing aus Niemöllers Erinnerungen an diesen Besuch lesen und über die Reaktionen auf die Stuttgarter Schulderklärung sprechen. Ohne die Stuttgarter Erklärung wäre es wohl nicht zum gemeinsamen internationalen Projekt der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau gekommen, bei deren Einweihung 1967 Martin Niemöller die Predigt hielt.

Eine Teilnahme am Gottesdienst ist ohne Anmeldung möglich.

© SZ vom 17.10.2020 / SZ

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