"Kicker, Kämpfer, Legenden - Juden im deutschen Fußball" - Unter diesem Thema steht passend zur Fußball-Europameisterschaft die aktuelle Ausstellung im Gesprächsraum der Evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau. Bekannt ist, dass nicht nur wichtige Teile des kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben oder zum Opfer gnadenloser Vernichtung wurden. Weniger bekannt sind die Verluste, die der Sport erleiden musste. Gerade im Bereich des Fußballs haben Männer mit jüdischen Wurzeln Pionierarbeit für ihren Sport geleistet, seien es die Gründungsväter des Deutschen Fußballbundes, oder des FC Bayern, oder der Gründer und Verleger, Walter Bensemann, des Fußballmagazins Der Kicker. Der deutsche Fußball ist bis heute eng mit ihren Namen und Verdiensten verbunden.
Die Ausstellung in der Versöhnungskirche nimmt diese Menschen und ihre Geschichte in den Blick und macht sich auf die Spurensuche, wie es mit dem "jüdischen Fußball" nach 1945 in der jungen Bundesrepublik weiterging. Die Evangelische Versöhnungskirche ist Mitglied der Initiative "!Nie wieder - Erinnerungstag im deutschen Fußball", zusammen mit vielen Fangruppen in Deutschland. Sie hat sich die Arbeit für Toleranz und Vielfalt und gegen das Vergessen auf die Trikots geschrieben. Schon der jüdische Fußballpionier Walter Bensemann (1873-1934) hat erkannt: "Der Sport ist eine Religion, ist vielleicht das einzig wahre Verbindungsmittel der Völker und Klassen."
Die Ausstellung ist noch bis Ende August während der Öffnungszeiten der Versöhnungskirche montags bis samstags von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 12 bis 13 Uhr zu sehen. Am Sonntag, 4. Juli, bietet die KZ-Gedenkstätte den Themenrundgang "Kurt Landauer und Fußball im KZ Dachau" an. Treffpunkt ist um 13 Uhr vor dem Besucherzentrum. Referenten sind Klaus Schultz, ehemaliger Diakon an der Versöhnungskirche, und Andreas Wittner, Archivar in der Erlebniswelt des FC Bayern Münchens.