KZ-Gedenkstätte Dachau:Der Hass hat wieder Hochkonjunktur

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Der 76. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau fällt in eine Zeit des Umbruchs: Die Zeitzeugen verschwinden, während antisemitische Verschwörungsmythen neu befeuert werden. Eine Mahnwache soll Zeichen setzen.

Von Thomas Radlmaier, Dachau

Ein Nürnberger Rapper wendet sich auf Instagram an seine Fans. In einem Video erzählt er, dass die Familie Rothschild hinter den coronabedingten Ausgangsbeschränkungen stecke. Zudem droht er einem Instagram-Nutzer, der sich als Jude zu erkennen gibt, mit dessen Mutter "Holocaust zu machen". Wenige Wochen später spaziert ein Mann durch den Englischen Garten in München. Er trägt eine Trainingsjacke seines Vereins, des TSV Maccabi München, auf der ein Davidstern abgedruckt ist. Er läuft einem anderen Mann über den Weg, dieser ist mit einem T-Shirt bekleidet, auf dem steht: "Impfgegner". Der Corona-Leugner schreit den jüdischen Spaziergänger an: "Ihr jüdischen Schweine seid schuld! Ihr Juden habt das mit dem Corona gemacht!"

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