KVD-Fest mit Künstlern und Freunden Muntere Geburtstagssause mit Torte

Die KVD feiert sich selbst - familiär, heiter, aber auch mit einem Blick auf die großen und kleinen Entwicklungen

Von Gregor Schiegl, Dachau

Zu den Vereinszielen der Künstlervereinigung Dachau (KVD) gehört qua Satzung auch die Pflege der Geselligkeit, und diesem hehren Ziel widmete sich die Künstlervereinigung Dachau am Freitagabend mit einem bombastischen aber brimboriumsfreien Fest in der kleinen KVD-Galerie in der Altstadt. Zu feiern gab es, wie sich in Dachau inzwischen bereits herumgesprochen haben sollte, 100 Jahre KVD, wobei man korrekterweise sagen müsste: Der Vorläufer der KVD hat 1919 seine erste gemeinsame Ausstellung im Schloss organisiert, die KVD selbst wurde erst 1927 gegründet, aber das kann man ja 2027 auch noch mal gebührend feiern.

Die KVD hatte dieses Fest mit Künstlern, Förderern und Freunden nicht als steife Jubiläumsgala angelegt, sondern als muntere Geburtstagssause auf Bierbänken, die in einem kreativen Zickzack im Raum standen. Die Atmosphäre: sehr locker, sehr heiter, manchmal sogar ein bisschen überdreht. Florian Marschall, im KVD-Vorstand so etwas wie der Partyobmann, zündete eigenmächtig eine Konfettikanonen, die Gäste, unter denen auch altgediente Kunstförderer aus der Politik waren wie Altlandrat Hans-Jörg Christmann oder der frühere OB Peter Bürgel.

Der Maler Hermann Stockmann.

(Foto: Toni Heigl)

Dessen Nachfolger Florian Hartmann bekannte, dass er durch den regen Kontakt mit der KVD zwar noch kein profunder Kunstkenner geworden sei, aber ein Kunstfan, das schon. Und in gewisser Weise täten die Künstler ja auch genau das, was Politiker tun sollten: "Sie beschäftigen sich damit, wie die Welt ist. Wie sie sein könnte. Und wie sie sein sollte." Damit nahm er den Ball vom KVD-Vorsitzenden Johannes Karl auf, der zuvor schnörkellos erklärt hatte, was die Aufgabe der zeitgenössischen Künstler sei, nämlich sich immer wieder mit den großen und kleinen Entwicklungen auseinanderzusetzen, den ästhetischen, aber auch den politischen, und dazu Position zu beziehen. Und dass er dabei seinen kleinen Sohn auf dem Arm hielt, war auch schon irgendwie ein Statement.

Bei Nudelsalat, Minifleischpflanzerl (mit europäischer Beflaggung, auch der britischen) entfaltete sich an den Tischen bald eine Stimmung wie bei einem Familientreffen, wo man nach langer Zeit auch manchen Cousin zweiten oder dritten Grades wiedersieht. Für di e flockige musikalische Umrahmung zeichnete die Band um das Trio Karl Beneman, "Ze Bulon" und "Mau Mau" verantwortlich, deren Stil man als kosmopolitischen Salon-Folk bezeichnen könnte. Viel lustiger, weil den verquasten Feuilletonistenstil karikierend, ist aber ihre Selbstbeschreibung: "Die Essenz aus Laserliedern, tantrischem Gesangszirkel, Masters of Tightness und Picassinho geballt in einer gut aussehenden Band." Zu guter Letzt kam auch noch Landrat Stefan Löwl mit einer Geburtstagstorte vorbei. Was für ein Fest!