Evangelische VersöhnungskircheGedenken an den Whistleblower der Gaskammern

Der SS-Obersturmführer und verdeckt arbeitende Widerstandskämpfer Kurt Gerstein.
Der SS-Obersturmführer und verdeckt arbeitende Widerstandskämpfer Kurt Gerstein. (Foto: Wikipedia)

Kurt Gerstein war Nazi und SS-Mann. Doch er informierte auch ausländische Diplomaten und Kirchenvertreter über den Massenmord in den Vernichtungslagern.

Vor 80 Jahren, am 25. Juli 1945 nahm sich Kurt Gerstein das Leben. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker an der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, erinnert bei der ökumenischen Coventry-Andacht am Freitag, 25. Juli, 12.30 Uhr, in der Versöhnungskirche an den Protestanten und Ingenieur mit der ambivalenten Biografie.

Gerstein trat im Mai 1933 in die NSDAP ein, protestiert aber gegen die Überführung der evangelischen Jugend in die Hitlerjugend. Sein Einsatz für die „Bekennende Kirche“ führt ab 1936 zu zwei Verhaftungen, zum Parteiausschluss und zur Entlassung aus dem Staatsdienst. Im März 1941 trat er in die Waffen-SS ein. Ein Jahr später wird er Zeuge vom Mord mit Giftgas an jüdischen Häftlingen in den Konzentrationslagern Belzec und Treblinka.

Kurz darauf beginnt er, ausländische Diplomaten und Kirchenvertreter über den Massenmord in den Vernichtungslagern zu informieren. Nach Kriegsende verfasst er einen ausführlichen Bericht, der im Nürnberger Prozess als wichtiges Beweismittel dient. Da der französische Geheimdienst seine unentdeckte Tarnung für unglaubwürdig hält, wird er jedoch selbst als Kriegsverbrecher angeklagt und nimmt sich aus Verzweiflung das Leben.

„In der Geschichtswissenschaft ist die Deutung der Verstrickung von Kurt Gerstein in den Holocaust bis heute umstritten“, schreibt Björn Mensing in seiner Ankündigung.

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