Kunsthistorische Entdeckung Dachauer Skizzenbuch von Emil Nolde

Motiv mit Flusslandschaft: Die Zeit in Dachau hat Emil Noldes Schaffen nachhaltig geprägt.

(Foto: OH)

Ein Mitarbeiter des seit 1989 erscheinenden Magazins Edition Kulturland hat im nordfriesischen Seebüll das Dachauer Skizzenbuch von Emil Nolde entdeckt. Der Wegbereiter des Expressionismus hat vor genau 120 Jahren in Dachau seine Kunst gelernt. Bevor er im Herbst 1899 nach Paris ging, hat er von März bis Oktober die Malschule von Adolf Hölzel in Dachau besucht. So sagt der Direktor der Emil-Nolde-Stiftung, Christian Ring, heute: "Viele seiner Werke sind auch später noch Dachau durch und durch." Die Dachauer Zeit scheint jedenfalls für die künstlerische Entwicklung von Nolde wichtiger gewesen zu sein als sein Aufenthalt in Paris. In Dachau hat er nach seinen eigenen Worten nämlich von seinem Lehrmeister gezeigt bekommen, was es heißt, als Künstler mit offen Augen zu sehen: "Er zeigte uns in der Natur die Farben der kleinen Steine unterm Wasser", so Nolde über Hölzel. Über seine Zeit in Paris dagegen war von ihm zu vernehmen: "Lernen tat ich nicht viel." Die aktuelle Ausgabe beschäftigen sich außerdem mit wiederentdeckten Künstlern wie Werner Berg und Robert Genin.