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Kunst in der Kreisstadt:Dachaubild mit Birken

Die 44. Ausstellung der freien Malgruppe im Rotkreuzhaus zeigt vielfältige Werke in unterschiedlichen Techniken und mit Motiven aus der Stadt und dem Landkreis

Drei Birken im farbenprächtigen Herbstkleid, eine alte Torfhütte im Dachauer Moos, Nebelstimmung an der Amper oder ein wellenumtoster Leuchtturm an der Küste - diese und viele andere Werke werden derzeit im Rotkreuzsaal ausgestellt. 20 Künstler der Freien Malgruppe Dachau im Alter von 18 bis weit über 80 Jahren präsentieren ihre neuesten Werke. Das Motto dieser traditionsreichen Kunstausstellung lautet diesmal "Wasser, Wind und Wellen", wobei sich die Teilnehmer nicht darauf beschränken mussten. Der künstlerischen Freiheit sind keine Grenzen gesetzt.

Denn so unterschiedlich die Lebensphasen der Künstler auch sind, so verschieden sind ihr Malstil und ihre Techniken. Das älteste Mitglied Helmut Thon (86 Jahre) bevorzugt eher lokale Motive wie die Dachauer Altstadt oder eine Flusslandschaft an der Amper, die er in Linolschnitt-Technik und teilweise in vier kräftigen Farben gefertigt hat.

Freie Malgruppe

Elisabeth Zaminer, ein Mitglied der freien Malgruppe, verarbeitet in ihren Werken Ansichten der Altstadt.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Mit ihrem ganz eigenen Stil präsentiert sich das jüngste Mitglied Lea Panthen zum zweiten Mal. Sie ist 18 Jahre alt. Sie stellt farbintensive Acrylbilder aus und daneben detailgetreue Tierporträts, filigran mit dem Kugelschreiber gezeichnet. Vor einem Jahr ging die damalige Schülerin des Josef-Effner-Gymnasiums in Dachau erstmals an die Öffentlichkeit - und die Vereinsvorsitzende Renate Günthner freute sich: "So eine junge Künstlerin hatten wir noch nie."

Brigitte Renner ließ sich bei ihren großflächigen Acrylbildern in intensiven Blau- und Türkistönen von einer Sturmnacht am Meer oder an einem See inspirieren. Die Landschaft am Ammersee mit romantischen Bootshäusern im Nebelschleier hat Geli Witter in Aquarelltechnik dargestellt.

Auch sehenswerte Motive aus dem Landkreis wurden auf die Leinwand oder auf Papier gebannt. Denn einmal im Monat unternehmen die mehr als 30 Mitglieder der Malgruppe einen Ausflug in die historische Altstadt oder in das Dachauer Umland. So haben einige Künstler bei ihren Malausflügen die prächtige Kirschblüte in Hebertshausen festgehalten, die kunsthistorisch wertvolle Hofmarkskirche in Schönbrunn und die interessante Aussicht vom Karlsberg.

Freie Malgruppe

Yvonne Just ging im Dachauer Stadtwald auf Motivsuche und malte diesen einsamen Weg.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Die freie Malgruppe Dachau kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Nach einem Aufruf des Mitgliedes Fritz Hartmann in den lokalen Zeitungen an Kunstinteressierte wurde am 18. April 1975 der Grundstein gelegt. Inzwischen haben sich mehr als 30 Malerinnen und Maler zusammengefunden. Die Mitglieder kommen zweimal im Monat zusammen, um ihre neuen Bilder vorzustellen und Meinungen auszutauschen. Es wird über künstlerische Ereignisse, absolvierte Malkurse oder Malreisen erzählt. Sie diskutieren über künstlerische Ereignisse und berichten über Malkurse oder Malreisen. .Einmal monatlich trifft man sich zum Malausflug in der Altstadt oder im Dachauer Umland. Der Höhepunkt des Jahres ist die gemeinsame Ausstellung, die seit 1982 im Rotkreuzhaus gezeigt wird.

Bei der Vernissage am Samstagnachmittag mit vielen Besuchern und Ehrengästen lobte Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) "die große Kreativität und Leidenschaft der Malgruppe, auf die Dachau als ehemalige Malerkolonie zurecht stolz sein kann". Hartmann, der wieder die Schirmherrschaft der Kunstausstellung übernommen hat, wünscht sich auch von der Malgruppe, dass sie sich weiterhin "so stark für die Kunst in der Kreisstadt engagiert". Landrat Stefan Löwl (CSU) zeigte sich beeindruckt von der Vielfältigkeit der Motive und Malstile der Künstler. Er verwies zudem auf "die positive Kraft, die Energie und die Zuversicht, die Kunst hervorbringen kann".

Freie Malgruppe

Viele Gäste kamen zur Vernissage der Kunstausstellung im Rotkreuzsaal. Das Motto lautete in diesem Jahr: Wasser, Wind und Wellen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Renate Günthner, Vorsitzende der Malgruppe, wünschte sich interessante Gespräche mit den Gästen und einen guten Verkauf der Bilder. Im Kleinformat kann man auch viele der Werke als Grußkarten mit Blumenmotiven oder Ansichten von Dachau erwerben. Auch ein Kunstkalender mit den verschiedenen Bildern und Techniken wurde zusammengestellt. Mit dem Erlös der Kunstausstellung unterstützt die Malgruppe soziale Projekte des Bayerischen Roten Kreuzes im Landkreis Dachau. Zur Eröffnung spielte der junge Gitarrist und Sänger Tobias Duveneck moderne Popsongs.

Die 44. Kunstausstellung der Freien Malgruppe ist noch bis Sonntag, 24. November, im Rotkreuzhaus zu besichtigen. Am Samstag und Sonntag sind die Kunstwerke von 10 bis 17.30 Uhr zu sehen und zu kaufen, an Werktagen von 14 bis 17.30 Uhr. Vereinsabende: Jeden ersten und dritten Dienstag eines Monats um 19:00 Uhr treffen sich die Mitglieder der "Freien Malgruppe Dachau" im Nebenzimmer der Gaststätte "Drei Rosen" in der Münchner Straße 5.