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Kultur in Dachau:Wilde Wölfe und wahnwitzige Wörter

Webinare von Heillig-Kreuz

Ludwig W. Müller führt vor, dass die deutsche Sprache auch ganz schön lustig sein kann.

(Foto: Uli Neumann-Cosel/oh)

Das Dachauer Forum setzt die Vortragsreihe "Freitags um fünf" der Pfarrei Heilig Kreuz im Internet fort

Blühen verboten. In der Kulturlandschaft herrscht derzeit winterliche Stille, drinnen wie draußen. Der Landkreis Dachau ist da keine Ausnahme. Und doch gibt es auch in der kargsten Corona-Einöde immer ein paar Pflänzchen, die in einer geschützten Nische weiterblühen. Diese Nische nennt sich Internet: Im ersten Lockdown experimentierten die Veranstalter noch eifrig mit allerlei Online-Formaten. Jetzt im zweiten Lockdown haben sich alle frustriert verkrochen. Oder sagen wir, fast alle. Das Dachauer Forum hat in den vergangenen Jahren ein Gärtlein der Erwachsenenbildung angelegt, in dem neben Nahrhaft-Nützlichem auch einiges Orchideenhafte gedeiht. Und auch jetzt läuft das Format "Freitags um fünf" der Kirche Heilig Kreuz, nur eben online.

Inzwischen ist dieses Angebot weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Beim letzten Vortrag habe man "zwei Zuhörer aus Österreich und eine Dame aus dem Tessin" gehabt, teilen die Organisatoren nicht ohne Stolz mit. "Wir sind also international geworden." Auch in diesem Jahr ist es dem Dachauer Forum wieder gelungen, hochkarätige Referenten für seine Vorträge in Heilig Kreuz zu gewinnen: zwei Universitätsprofessoren, einen hauptberuflichen Naturfotografen und einen Kabarettisten. Die Teilnahme an den Online-Vorträgen ist ganz einfach: Nach Eingang der Teilnehmergebühr von fünf Euro wird ein Link versenden, mit dem man am Vortrag teilnehmen kann. Anmelden kann sich schon jetzt bei b.asselborn@web.de oder gabi.hasz@gmx.net. Und so sieht das Programm bis Ostern aus.

Wölfe in Deutschland

Seit etwas mehr als 25 Jahren leben wieder Wölfe in Deutschland. Sie haben sich in dieser Zeit fast über das ganze Land ausgebreitet, der Bestand ist inzwischen dreistellig. Das Senckenberg Museum für Naturkunde und assoziierte Einrichtungen erforschen seit Beginn der Einwanderung das Nahrungsspektrum, die genetische Verwandtschaft, die Sozialstruktur und die Wanderungswege der einheimischen Wölfe. Der Vortrag von Museumsdirektor Willi Xylander reflektiert die Forschung zum Wolf, aber auch die Konfliktsituation mit Jägern und Haustierhaltern am Freitag, 22. Januar, um 17 Uhr.

Wort & Spiele

Um den Witz der deutschen Sprache geht es im Online-Vortrag am Freitag, 5. Februar, um 17 Uhr. Ludwig W. Müller führt vor, was sich alles aus der leidgeprüften und viel geschmähten deutschen Sprache machen lässt, wenn man sich spielerisch mit ihr beschäftigt.

Fotogeschichten

Klaus Nigge fotografiert Tiergeschichten für Magazine wie National Geographic und Geo. Anhand zwei seiner Fotoprojekte gibt er einen Einblick in die Freuden und Leiden seiner Arbeit. Flamingos auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán zu fotografieren war eine eher einfache und sehr effiziente Arbeit. Bei der Arbeit mit den Saiga-Antilopen in der kasachischen Steppe hingegen musste die meiste Zeit nicht fürs eigentliche Fotografieren aufgewendet werden, sondern für Logistik, für endloses Suchen und für Warten. Darüber berichtet Nigge am Freitag, 5. März, um 17 Uhr.

Karfreitag neu geglaubt

Trotz "Erlösung von Sünde und Tod" gibt es beides offensichtlich noch immer. Auch die klassische Sühneopfer-Theorie "wegen unserer Sünden" hat weitgehend ausgedient. Der Vortrag versucht daher, eine zeitgemäße Antwort auf den Kernpunkt des christlichen Erlösungsglaubens zu geben. Fazit: Erlösung ist ein zeitloses Angebot an jeden Menschen, der an Leben, Sterben und Auferstehung des Gottessohnes glaubt. Der Vortrag von Gerhard Haszprunar findet am Freitag, 26. März, um 17 Uhr statt.

© SZ vom 21.01.2021 / gsl
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