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Kultur in Dachau:Musizieren für den guten Zweck

Alphornbläser

Musiker mit Reichweite: "Mane und die anderen" vor dem Lockdown bei einem Ständchen auf dem Dachauer Schlossberg.

(Foto: privat)

Alphornbläser in wohltätiger Mission

Von Eva Waltl, Dachau

Auf dem Hügel an der Schinderkreppe erklingen die tiefen Töne zweier Alphörner. An der südlichen Stadtgrenze Dachaus stehen Manfred Huber und ein Musikerkollege. Sie treffen sich nur zu zweit, um die Coronabestimmungen einzuhalten. "Mane und die anderen" nennen sie sich, denn eigentlich besteht die Gruppe aus fünf Alphornbläsern. Sie seien auf den Namen gekommen, weil nie genau klar gewesen sei, wer mitspiele, erklärt Huber. Zu fünft treffen dürfen sich die Musiker nicht, das Coronavirus tobt noch immer, und damit ist auch das gemeinsame Proben in geschlossenen Räumlichkeiten nicht möglich. "Wir treffen uns nun zu zweit im Freien, damit wir alles covid-konform gestalten", so Huber. Wo die Musiker ihre Alphorntöne zum Besten geben, variiert. Im Sommer spielten sie am Schlossberg, vergangenes Weihnachten in einer Senioreneinrichtung in Karlsfeld, seit Beginn der Pandemie meist auf dem Hügel an der Schinderkreppe.

Immer sonntags, sofern das Wetter es erlaubte, fanden sich zwei der Musiker zusammen und nahmen sich eine Stunde Zeit, um "mit dem Alphorn etwas durch die Gegen zu pusten", erzählt Huber. Die Resonanz sei toll gewesen: "Die Menschen sind begeistert." Spaziergänger, Jogger, Nordic Walker, die den angrenzenden Wald passieren, freuen sich über die weit über die Wipfel hallende Musik. Das Hauptanliegen der Musiker: In dieser Zeit etwas weitergeben zu können. "Gerade in der Pandemie ist das eine willkommene Abwechslung für die Menschen."

Weil die Reaktionen derart positiv waren, haben sich "Mane und die anderen" entschlossen, ihre Auftritt in den Dienst einer guten Sache zu stellen. "Wir sammeln für das Kinderhospiz in München", erklärt Huber, die Zuhörer seien sehr spendenfreudig. In diesem Jahr konnte die Gruppe dem Münchner Hospiz bereits zwischen drei- und vierhundert Euro überbringen.

Eine Routine gebe es noch nicht, so Huber: "Wir spielen immer nach Lust und Laune." Daraus entsteht ein buntes Potpourri von Stücken aus dem Allgäu oder aus der Schweiz. Gespielt werde "kreuz und quer." Dieses Jahr wird man wohl nicht mehr in den Genuss der tiefen Alphorntöne kommen. Wegen der strengen Coronabestimmungen haben die Musiker entschieden, erst wieder im neuen Jahr und bei lockereren Regelungen zu spielen. Dann hoffentlich auch mal wieder in voller Besetzung.

© SZ vom 24.12.2020
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