Kreisjugendring Die neue Projektleiterin für die Internationale Jugendbegegnung

Die 29-jährige Stefanie Steinbauer hat beim Kreisjugendring wohl ihren Traumjob gefunden.

(Foto: Privat)

Die Erziehungswissenschaftlerin und Politologin möchte das Treffen für junge Menschen aus der Region öffnen.

Von Walter Gierlich, Dachau

Stefanie Steinbauer ist die neue Projektleiterin für die Internationale Jugendbegegnung Dachau beim Kreisjugendring (KJR). "Wenn es einen Traumjob gibt, dann kommt ihm die jetzige Stelle sehr nahe." Die Begeisterung der 29-Jährigen ist im Gespräch deutlich zu spüren. Sie will frischen Wind in die Treffen von Jugendlichen aus vielen Ländern bringen. Es sei, so betont sie, "ein Transformationsprozess geplant". Vor allem soll die Jugendbegegnung stärker geöffnet werden, auch für junge Menschen aus Dachau und Umgebung. "Das ist die Idee, die dahintersteckt", sagt sie, "und da ist ein Blick von außen nicht schlecht." Steinbauertritt die Nachfolge von Robert Philippsberg an, der sich beruflich neu orientieren will. Stefanie Steinbauer wird zukünftig die Begegnung organisieren und leiten.

Die gebürtige Deggendorferin hat sich während ihres zweiten Studiums in Augsburg "in die Stadt verliebt", wie sie schwärmt. Sie wohnt weiterhin in der Fuggerstadt, die ja nicht allzu weit von Dachau entfernt ist. Doch zunächst hatte sie nach dem Abitur in Passau Englisch und Geschichte für das Lehramt an Realschulen studiert. Sie merkte dann aber, dass es angesichts der Zwänge, denen man dabei unterworfen ist, nicht ihr Wunschberuf sein werde. Sie wollte lieber freier und unabhängiger arbeiten und begann ein Studium in Augsburg.

Ein Selfie zur Erinnerung gehört dazu, wenn sich Jugendliche aus aller Herren Länder in Dachau begegnen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Dort machte sie gleich zwei Master, einen in Erziehungswissenschaften und einen in Politischer Bildung und Geschichtsvermittlung. Vor allem das Studium der politischen Bildung habe sie begeistert, sie sei rasch "Feuer und Flamme" gewesen, erinnert sich die Niederbayerin. Sie hat sich dabei inhaltlich vor allem mit Themenkomplexen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und historisch-politischer Bildungsarbeit auseinandergesetzt.

Nebenbei war sie bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg tätig. Dort habe sie in der neu geschaffenen "Servicestelle Friedensbildung" gearbeitet und dabei wertvolle Erfahrungen gesammelt und Konzepte für Workshops entworfen. Während des Studiums sei sie auch bereits "sozialpädagogisch unterwegs" gewesen, in der Einzelfallhilfe und der Jugendarbeit mit Gruppen. So lange sie studierte, in Teilzeit, danach zwei Jahre lang in Vollzeit. "Aber das inhaltliche Arbeiten hat mir einfach gefehlt", erklärt die Pädagogin. Als sie durch einen Freund auf die Stellenausschreibung beim Kreisjugendring Dachau aufmerksam wurde, bewarb sie sich und "ist glücklicherweise genommen worden".

Drei Gründe nennt Stefanie Steinbauer, warum die Projektleitung für die Internationale Jugendbegegnung ihrem Wunschberuf sehr nahe kommt: Da geht es erstens um die Auseinandersetzung mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, mit der sie sich schon an der Universität intensiv beschäftigt hat. Zweitens kann sie mit Jugendlichen pädagogisch arbeiten. Und drittens ist in ihren Augen der internationale Charakter der Tätigkeit "sehr reizvoll".

Steinbauer folgt dem promovierten Politikwissenschaftler Philippsberg aber nicht nur in der Projektleitung der internationalen Jugendbegegnung, sondern auch in der Mitarbeit bei der "Partnerschaft für Demokratie". Das Projekt sei zwar grundsätzlich in das Bundesprogramm eingebunden, lasse aber auch Spielräume. "Ich will keine Scheuklappen aufsetzen", kündigt sie an. Ziel der Arbeit an Schulen und mit Jugendgruppen sei eine "diskriminierungsfreie Gesellschaft". Daher werde auch die Kooperation mit der pädagogischen Theatergruppe "Creative Change", die vergangene Woche an der Mittelschule Karlsfeld mit mehreren Klassen arbeitete, fortgeführt, betont Steinbauer.

Die 29-jährige Stefanie Steinbauer hat beim Kreisjugendring wohl ihren Traumjob gefunden.

(Foto: Privat)

Dachau hat die neue Projektleiterin zuvor kaum gekannt. Zwar ist sie früher schon in der KZ-Gedenkstätte gewesen, aber mit der Stadt hat sie bisher sonst wenig verbunden. Das wird sich wohl ändern, hat sie doch in einem Rundschreiben an die Mitgliedsverbände des Kreisjugendrings den Wunsch ausgedrückt, deren alltägliche Arbeitsfelder kennenzulernen. Und weiter hat sie geschrieben: "Ich freue mich sehr auf meine neuen Tätigkeitsfelder und bin mir sicher, dass wir gemeinsam verrückte Ideen erarbeiten und tolle Projekte, die der Förderung einer offenen Gesellschaft zugutekommen, umsetzen werden."