Heinz Lohner, 71, aus Karlsfeld

„Ich bin öfter hier in der Gegend, ich bekomme die Probleme mit den Krähen mit. Manchmal ist man bloß fünf Minuten hier, und da ist das Auto schon voller Kot. Die ganze Sache ist aber zweigleisig. Einerseits sind die Anlieger, die hier wohnen, ganz schön belästigt. Die Autos und die Umgebung sind dauerhaft verschmutzt. Auch der Lärm hier ist ein großes Problem. Andererseits suchen die Tiere auch bloß einen Unterschlupf. Aber wenn es so viele sind, denke ich schon, dass man etwas machen muss. Ich denke, es ist berechtigt, die Nester jetzt zu entfernen, weil die Belästigung so groß ist. Die Krähen vermehren sich ja auch großzügig. Aber man kann dazu schon unterschiedliche Meinungen haben.“
Hacer Müldür, 60, aus Dachau

„Der Schmutz ist schon extrem. Ich mache mir Sorgen um die Kinder, wegen der Bakterien, die dadurch überall sind. Auch der Lärm ist ein echtes Problem. Teilweise füttern Anwohner die Krähen, das macht die Situation natürlich auch nicht besser. Aber ich bin nicht gegen die Natur und auch nicht gegen die Krähen. Ich will nicht, dass die Krähen getötet werden, das ist mir wichtig. Aber die Nester können entfernt werden, finde ich. Man muss etwas gegen den Schmutz und den Lärm tun, der durch die vielen Krähen entsteht. Ich kann hier ja nicht mal parken. Aber die Krähen zu töten, das fände ich schlimm.“
Cora Ambach-Kümmer, 43, aus Dachau

„Ich halte das Entfernen der Nester für sehr sinnvoll. Ich weiß: Die Krähen stehen unter Naturschutz, aber sie sind Nesträuber. Wir hatten sehr viele Wacholderdrosseln bei uns in der Ludwig-Ernst-Straße, sie wurden von den Krähen ausgeräubert. Die Krähen töten alle anderen und das muss eingedämmt werden. Wenn sie die Autos verschmutzen, das ist mir egal. Dann muss man eben in die Waschstraße fahren, das sind Lebewesen. Der Lärm ist schon krass, aber auch nicht das Hauptproblem. Ich finde eher schlimm, dass wir kaum mehr andere Vögel haben, nur noch morgens hört man ein paar Singvögel. Aber die Krähen zu töten, finde ich trotzdem falsch. Die Nester zu entfernen, das ist die richtige Maßnahme.“
Bianca David, 48, aus Dachau

„Ich finde, die Krähen stellen ein großes Problem dar. Die Autos sind massiv verdreckt, und man muss sie regelmäßig säubern. Sonst frisst sich der Kot in den Lack ein. Also ist man gezwungen, jeden Tag in die Waschstraße zu fahren. Wer kann sich das denn leisten? Ich finde es wirklich schlimm. Im Sommer wird es ja noch schlimmer werden. Für mich ist das persönlich nicht mehr tragbar, ich wohne sehr nah an den Bäumen. Die Stadt soll handeln, dann sollen sie eben die Nester wegmachen. Was will man denn machen? Auch Abschießen finde ich nicht ganz falsch, damit die Krähen endlich weniger werden. Es wird ja sonst jedes Jahr schlimmer. Singvögel hören wir auch kaum mehr.“
Fabrizio Romanacci, 72, aus Dachau

„Ich wohne auf der anderen Seite der Sudetenlandstraße, wir haben also keine Probleme mit den Krähen. Aber wir haben Angst, dass sie langsam von der Schleißheimer Straße über die Sudetenlandstraße auch zu uns herüberkommen. Bisher ist das nicht der Fall. Ich hoffe, das bleibt so. Ich begrüße es aber auf alle Fälle, dass die Stadt jetzt hier in der Ludwig-Ernst-Straße Maßnahmen ergreift und die Nester entfernt. Die Autos hier sind vollkommen verdreckt. Wäre das mein Auto, müsste ich ja mindestens einmal in der Woche zum Waschen fahren. Vielleicht würde ich sogar die Rechnung der Stadt Dachau vorlegen. Das Erschießen der Krähen muss aber nicht sein, da bin ich anderer Meinung.“

