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Kostensteigerung:"Haltlose Angriffe"

OB Florian Hartmann, Architekt Wolfgang Gollwitzer und Robert Haimerl (v.l.) legen im Oktober den Grundstein fürs Hallenbad.

(Foto: Toni Heigl)

Stadtwerkechef reagiert verärgert auf einen offenen Brief. Beim Bau des Hallenbads habe alles seine Ordnung

Beim Bau des neuen Hallenbads geht alles mit rechten Dingen zu, nichts werde verschwiegen, die Kostensteigerung sei durch starke Konjunktur im Bauwesen verursacht. So erklärt der kaufmännische Werkleiter der Stadtwerke Dachau, Robert Haimerl, in einem Antwortschreiben auf einen offenen Brief. Diesen hatte vor zwei Wochen ein Mitglied des neuen politischen Bündnisses "Wir für Heimat, Werte und Zukunft e.V." auch an die SZ Dachau versandt. Haimerl verwahrt sich in seinem zweiseitigen Antwortschreiben gegen die "haltlosen Angriffe auf die Stadtwerke Dachau".

Der Verfasser des Briefes, Markus Witte, hatte die Verzögerungen beim Bau und die steigenden Kosten kritisiert und von einem "drohenden Baudesaster" gesprochen. Die Schwierigkeiten bei diesem Bauvorhaben deuteten "auf schwerwiegende - wenn nicht fahrlässige - Versäumnisse des öffentlichen Bauherrn und der Stadtwerke Dachau hin". Der Brief war an Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) gerichtet. Witte hatte darin beklagt, es würden "kaum Informationen an die Öffentlichkeit gegeben" und forderte "schonungslose Aufklärung über die wahren Ursachen des drohenden Baudesasters".

Haimerl erklärt, das Projekt sei mit allen Gewerken europaweit ausgeschrieben worden. Es werde von "einem renommierten Projektsteuerungsbüro, einer Rechtsanwaltskanzlei sowie sieben Ingenieurbüros begleitet". Das Budget sei zunächst auf 19,37 Millionen Euro fest gesetzt worden. Im Februar standen die Baukosten bei 15,7 Millionen Euro, 85 Prozent des Budgets seien fest verplant. Haimerl schreibt, es gebe eine Kostensteigerung im ersten Bauabschnitt für den etwa zwölf Millionen Euro vorgesehen waren, von etwa 30 Prozent, das entspricht 3,6 Millionen Euro.

Die Kostensteigerung sei "im Wesentlichen durch die überaus starke Baukonjunktur verursacht". Die Stadträte seien in den öffentlichen Sitzungen des Werkausschusses im März und Dezember 2018 informiert worden, außerdem würden die Stadträte regelmäßig in nicht öffentlicher Sitzung auf dem Laufenden gehalten. Haimerl erinnert an den Grundsatzbeschluss zum Neubau des Hallenbads, der im Jahr 2012 noch unter Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) mit 37 gegen eine Stimme gefasst wurde. Im März 2017 hatte der Werkausschuss des Dachauer Stadtrats mit zwölf zu drei Stimmen das Budget für den Neubau beschlossen.

Das Hallenbad hat im Stadtrat seine Gegner, darunter die Freien Wähler Dachau, die den Landkreis mit Hallenbädern überversorgt finden oder die Bürger für Dachau. Der parteilose Stadtrat Wolfgang Moll ist Gründungsmitglied der Gruppierung Wir. Er hatte zuletzt längere Öffnungszeiten für das Hallenbad gefordert und Kritik vom Schwimmverein geerntet. Zur Antwort hatte man ihm von Seiten der Stadt erklärt, mehr Platz für die Öffentlichkeit und den Bedarf der Vereine sowie Polizei und Wasserwacht sei erst im neuen und größeren Hallenbad. Das Hallenbad soll im Herbst 2020 eröffnet werden.

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