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Korneliuskirche Karlsfeld:Gottesdienst mit Einschränkungen

In der Karlsfelder Korneliuskirche waren, wie in allen anderen bayerischen Kirchen, seit dem 16. März keine Gottesdienste mehr erlaubt. Die Liturgen haben daher stattdessen Andachten und Predigten auf ihre Homepage gestellt. Außerdem gab es an Karfreitag sowie an Ostern und den Sonntagen danach im Rahmen einer zweistündigen Kirchenöffnung einen sogenannten "Gottesdienst in Tüten". Auf dem Altar stand für jeden Besucher eine Tüte mit einer Andacht, einem Gebet und einem Psalm zur Mitnahme bereit. So konnte dieser besondere christliche Feiertag von den Gläubigen zumindest zuhause begangen werden.

Am vergangenen Montag wurde dann erstmals wieder ein Sonntagsgottesdienst gefeiert, allerdings unter sehr strengen Auflagen: Jeder Gottesdienstbesucher muss beim Betreten der Kirche eine Maske tragen. Um den geforderten Abstand von zwei Metern einhalten zu können, ist jede zweite Bank gesperrt worden und in jeder Bank dürfen höchstens vier Personen Platz nehmen. Das bedeutet, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher auf circa 40 Personen beschränkt ist. Eine Anmeldung zum Gottesdienst wie in anderen Gemeinden üblich ist jedoch in der Karlsfelder Kirche nicht erforderlich. Trotz dieser strengen Vorgaben sei der erste "Corona-Gottesdienst" relativ gut besucht gewesen, auch wenn es für die Geistlichen ein seltsamer Anblick gewesen sei, in einer gezwungenermaßen nur dürftig gefüllten Kirche in teilverhüllte Gesichter zu schauen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Gesangbücher dürfen bis auf weiteres nicht verteilt werden, und der Gemeindegesang muss auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Das bedeutet, dass auch am kommenden Sonntag Kantate nur zwei kurze Lieder von einem Liedblatt gesungen wurden. Auf das Einsammeln des Klingelbeutels muss aus hygienischen Gründen ebenso verzichtet werden, wie auf den sonst üblichen Handschlag des Pfarrers an der Kirchentür.

© SZ vom 15.05.2020 / SZ

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