Konzertführer Hochkarätige Musik aus Böhmen

Das von Bělohlávek gegründete Orchester aus Prag unter Konzertmeister Jan Fišer lässt auch Trompetenmusik erklingen.

(Foto: OH)

Die PKF-Prague Philharmonia spielt im Dachauer Schloss Werke von Dvořák, Benda, Vaňhal, Neruda und Hummel

Beim Dachauer Schlosskonzert am Samstag, 23. März, um 20 Uhr ist die PKF-Prague Philharmonia zu Gast. Auf dem Programm stehen František Bendas (1709-1786) Sinfonie Nr. 2 G-Dur (Allegro, Andante sempre piano, Allegro), Johann Baptist Georg Nerudas (1707-1780) Konzert für Trompete, Streicher und Basso Continuo, Es-Dur (Allegro, Largo, Vivace), Antonín Dvořáks (1841-1904) "Nokturno" in H-Dur op. 40, Johann Nepomuk Hummels (1774-1827) Introduktion, Thema und Variationen f-Moll op. 102 für Trompete und Orchester (original für Oboe), Johann Baptist Vaňhals (1739-1813) Sinfonie g-Moll (op. 17/2, Bryan g1), des weiteren zwei Walzer für Streichorchester op. 54 (original für Klavier, Arrangement für Streicher) von Dvořák: Nr. 1 A-Dur und Nr. 4 D-Dur sowie von Vaňhal das Konzert für Flügelhorn und Orchester F-Dur (original Kontrabasskonzert. Die Sätze: Allegro moderato, Adagio, Finale. Allegro moderato.

František Benda gehört zu den vielen böhmischen Musikern, die im 18. Jahrhundert ihr Land verließen. Ab 1733 war er beim preußischen Kronprinzen angestellt. Da Naturtrompeten in D standen, wurden Trompetenkonzerte in D-Dur geschrieben. Nerudas steht in Es-Dur, weil es zunächst für Jagdhorn vorgesehen war. Da Dresden, wo Neruda seit 1741 wirkte, seinerzeit Trompeter-Hochburg war, ist es wohl in Es-Dur erklungen. Dvořáks "Nokturno" bildete zunächst einen Abschnitt in seinem e-Moll-Quartett, war dann ein eigener Satz im Quintett op. 77, kam schließlich für Violine und Klavier heraus und wurde 1883 für Streichorchester gedruckt. Seine "Acht Walzer für Klavier" komponierte er 1880 zum 30. Jubiläum der patriotischen Nationalgesellschaft, deren Vorsitz der Musiksektion er innehatte.

Den Solopart seiner um 1824 komponierten "Introduktion, Thema und Variationen" sah Hummel für Oboe vor, erlaubte aber, dass ihn eine Klarinette spielt. Die Bearbeitung für Trompete ist von Boldoczki.

Unter den Sinfonien Vaňhals ragt die in g-Moll besonders hervor. Sein Kontrabass-Konzert ist Ende der 1780er Jahre entstanden. Boldoczki spielt es in seiner Bearbeitung um einen Ton höher.

Sein Durchbruch gelang Boldoczki mit dem Gewinn des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD und als 1. Preisträger des 3. Internationalen Maurice André Wettbewerbs. Er spielte die Soloparts in mehreren Uraufführungen (unter anderem Say und Penderecki). Er lehrt an der Franz-Liszt-Musikakademie Budapest und wurde mit der höchsten Auszeichnung des ungarischen Kultusministeriums im Fach Musik ausgezeichnet.

Unter dem Namen PKF-Prague Philharmonia geben Mitglieder der Prague Philharmonia in kammermusikalischer Besetzung Konzerte. Das von Bělohlávek gegründete Orchester wird vom Konzertmeister Jan Fišer geleitet.